Infektionsschutz versus Kosten – Betroffene und Experten sprechen

+++ Infektionsschutz versus Kosten am 7. März in St. Pölten +++

Zahlreiche Teilnehmer folgten der Einladung von HYGline hygiene issues and Management und bekamen an diesem Tag die Möglichkeit, einen spannenden Perspektivenwechsel zu einem aktuellen Thema zu erhalten.

Dass „Hygiene nicht alles ist, aber ohne Hygiene alles nichts ist!“, davon konnte Dr. Robert Kellner vom Amt der NÖ Landesregierung die Teilnehmer überzeugen. Er veranschaulichte auf sehr praxisnahe Weise, dass sich eine Investition in geschultes Hygienepersonal allemal rechnet und dadurch eine große Zahl an nosokomialen Infektionen verhindert werden könnte. Er zeigte einen statistischen Vergleich zwischen den erfolgreichen Maßnahmen zur Senkung der Todesfälle im Straßenverkehr und dem Handlungsbedarf zur Senkung der seit Jahren hohen Fällen an nosokomialen Infektionen in Österreich.

Zu dieser Conclusio gelangte auch Univ.-Prof. Dr. Andrea Grisold vom Institut für Hygiene, Mikrobiologie und Umweltmedizin der Medizinischen Universität Graz in Ihrem Vortrag über Multiresistente Erreger – die Herausforderungen der Zukunft. Sie ließ in Ihren Ausführungen keinen Zweifel offen, dass Multiresistenzen längst ein Problem der Gegenwart sind und die Zeit zum Handeln immer kürzer wird.

Ganz persönliche Einblicke in die Welt von Betroffenen ermöglichte Lisa-Marie Kraft, MSc, die an einer angeborenen Stoffwechselstörung namens „cystsicher Fibrose“ leidet und gelebte Hygienemaßnahmen im Krankenhausalltag aus Sicht der PatientInnen darstellte. Einige weitere Fälle aus dem Leben von Betroffenen präsentierte Mag. Michael Prunbauer von der niederösterreichischen Pflege- und Patientenanwaltschaft. Beide Referenten kamen zum Schluss, dass Vermeiden besser wäre als Entschädigen und die Infektionsprävention in Krankenanstalten eine zentrale Rolle spielen sollte.

Im Anschluss wurde erstmals an ausgewählten medizinischen Einrichtungen ein Hygiene Award für hervorragendes Hygienemanagement durch Hygline verliehen.
Am Nachmittag informierte Dr. Leopold-Michael Marzi, Leiter der Rechtsabteilung des AKH Wien zum Thema Haftung und Schadenersatz bei Versäumnissen im Schutz vor Infektionen. Er veranschaulichte mit Praxisbeispielen, dass Kausalität und Verschulden in vielen Fällen nicht immer eindeutig nachweisbar sind und man keinesfalls vor Schaden geschützt ist, auch wenn die Hygienearbeit auf Fremdfirmen übertragen wird. Im Anschluss daran beleuchtete FH-Prof. Mag. Dr. Paul Brandl wirtschaftliche Aspekte im Zusammenhang mit dem Infektionsschutz und stellte klar, dass es eine Kernkompetenz der Zukunft sein wird, Hygiene als neue Dienstleistung effizient zu gestalten und Prozesse neu zu denken, um die überbordende Arbeitsmenge reduzieren und den vorherrschenden Personalmangel abfedern zu können.

Den Abschluss einer rundum informativen Veranstaltung machte Mag. Dr. Harald Reisner, Hausleiter des Alten- und Pflegeheimes in Laxenburg. Er gewährte einen Einblick in fünf Jahre Hygienemanagement in Zusammenarbeit mit der HYGline hygiene issues and management und ließ als Quintessenz seiner bisherigen Erfahrungen mit einem schönen Zitat von Jean-Jacques Rousseau den Tag beenden: „Die Hygiene ist allerdings weniger eine Wissenschaft als eine Tugend.“

Für Rückfragen:
Mag. Isabella Mayr
HYGline hygiene issues and Management
Tel.: +43(0)677/628 392 46
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