med.Logistica: In den Prozessen steckt der letzte Hebel für Effizienz

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Autor: Michael Reiter

Die med.Logistica will den Spirit der Modernisierung in die Krankenhauslogistik bringen, der in anderen Wirtschaftsbereichen längst gang und gäbe ist: So beschrieb Projektdirektor Ronald Beyer die Zielsetzung der Leipziger Messe. Die Preise, die auf der Veranstaltung verliehen werden, spiegeln die Innovationskraft im Fachgebiet wider – und die Orientierung der Kongressmesse in Richtung der deutschsprachigen Länder. So ging der Leipziger Innovationspreis für Krankenhauslogistik an Teams des Universitätsspitals Zürich. Ihr Projektansatz: Einsatz künstlicher Intelligenz für die Beschaffung, insbesondere die Versorgungssicherheit, und für Sortimentsorientierung im Krankenhaus. Die technologische Grundlage dieser Lösung kommt von Prognosix.

Und auch Österreich erhielt in Leipzig besonderes Gewicht: So würdigt der diesjährige „Master-Thesis-Award“ die Arbeiten von Florian Resch. In seiner Zeit als Diplomand am LKH Universitätsklinikum Graz beschäftigte er sich mit der Analyse und mit den Optimierungspotenzialen nachhaltiger Prozesse. Besondere Berücksichtigung fanden dabei Innovationen während der Pandemie. Den Wert dieser Arbeit für das Klinikum lobte „Alt-Logistikpreisträger“ und Jurymitglied Michael Kazianschütz, der in Graz den Bereich Logistik und Supply Chain Management verantwortet: „So zeichnete die Abschlussarbeit auch … die Wiederaufbereitung von FFP-Masken nach, wodurch wesentliche Entscheidungsgrundlagen entstanden“ – in einer Phase, in der Masken teuer und schwer zu beschaffen waren. Die Wiederaufbereitung trug wesentlich dazu bei, dass das LKH die vorgegebenen Pandemie-Maßnahmen einhalten konnte. – Zu weiteren innovativen Ansätzen von Reschs Arbeit zählt eine Bewertung der RFID-Technologie (Radio Frequency Identification), die mit ihren Erkennungs- und Ortungsmöglichkeiten hilft, Prozesse zu verschlanken und Klarheit über Materialbestände zu erhalten.

Welchen Stellenwert sollten Spitalsverantwortliche bei neuen Ansätzen den Prozessen beimessen? „Process Mining ist der letzte große Hebel für Effizienz!“, betonte Benedikt Reinhold vom Datenspezialisten KMS. Die bekannten Kostenpositionen – Sach- und Personalkosten – seien ausgereizt. Er erklärte ferner, aus Prozessmustern ließe sich deutlich mehr Wissen extrahieren als aus Kennzahlen. Sein konkretes Beispiel bezog sich auf die Koronarangiographie. Mit Volumendaten und Machine Learning, so Reinhold, lassen sich hier die Gründe für eine überhöhte Verweildauer identifizieren.

In der Analyse stellte sich heraus, dass die Unterschiede zwischen optimalen und suboptimalen Fällen darauf beruhten, ob die Ärzt:innen angestellt waren oder als Belegärzt:innen arbeiteten. Immerhin handelte es sich um ein Einsparpotenzial von rund 243.000 Euro – weit mehr als die Kosten der Software zum Auslesen und Visualisieren. Analysieren und mit Ärzt:innen in die Diskussion gehen – dies war in dieser Session der Vorschlag für die Vorgehensweise bei der Prozessoptimierung und Kostenreduktion.

Nach der Vermittlung von aktueller Theorie und Best Practice bietet der Abend des ersten Veranstaltungstages eine weitere wichtige Komponente der med.Logistica: In Leipzigs bekanntem Felsenkeller dreht sich alles um das ungezwungene Networking.

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