Wiener Forscher können Helfer von Diabetes gezielt hemmen

Lesedauer beträgt 2 Minuten
Autor: Scho

Der Eiweißstoff „SMNDC1“ scheint eine gewichtige Rolle bei der Zuckerkrankheit (Diabetes) oder bei Leberkrebs zu spielen. Ein Team vom Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) erforscht diese Verbindung seit einiger Zeit intensiv. Nun konnten die Forscher den Entfaltungsort des Eiweißes in Zellen genau eingrenzen und eine Verbindung (Inhibitor) herstellen, die SMNDC1 einschränkt. Das eröffne neue Denkansätze für Therapien, hieß es.

Schon im Vorjahr zeigte die Gruppe um Stefan Kubicek, dass Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die mit der Insulin-Produktion eigentlich nicht befasst sind, dazu gebracht werden können, sich in die Herstellung einzubringen. Der Schlüssel dazu war es, die dort vorhandene Menge des regulatorischen Eiweißstoffes namens SMNDC1 stark zu reduzieren.

Das Team um Studien-Erstautor Lennart Enders ging nun in seiner im Fachmagazin „Nature Communications“ erschienenen Arbeit daran, herauszufinden, wo sich das Eiweiß in den Zellen eigentlich aufhält und wie es dort gezielt blockiert werden kann. Sie fanden seinen Aufenthaltsort in kleinen Tröpfchen im Zellkern.

Dann untersuchten die Wissenschafter knapp 90.000 chemische Verbindungen darauf, ob sie sich als Inhibitor für SMNDC1 eignen. Die gefundenen Kandidaten verbesserten sie dann noch, damit sie sich besser an SMNDC1 anhaften, heißt es am Mittwoch in einer Aussendung des CeMM.

In den nun gefundenen neuen Möglichkeiten zur Beeinflussung dieser Struktur, deren kompletter Verlust in den meisten Zelltypen dazu führt, dass diese nicht überleben, „sehen wir daher therapeutisches Potenzial, um neue Behandlungswege zu erschließen“, sagte Kubicek. Die Wissenschafter sind nun auf der Suche nach Partnern, um diese Möglichkeiten weiterzuentwickeln.

Die Fachpublikation finden Sie hier.

(APA)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Nach drei Corona-Jahren: Deutscher RKI-Chef Lothar Wieler geht

Nach drei Corona-Jahren: Deutscher RKI-Chef Lothar Wieler geht

Der 61-jährige Mikrobiologe hatte das Robert Koch-Institut seit dem Jahr 2015 geleitet. Er will sich künftig "neuen Aufgaben in Forschung und Lehre" widmen.

Polaschek bezüglich Mediziner-Quote zurückhaltend

Polaschek bezüglich Mediziner-Quote zurückhaltend

Polaschek hatte zuvor eine eigene Arbeitsgruppe mit Experten aus Europa- und Verfassungsrecht eingesetzt. Sie soll prüfen, wie man an die EU-Kommission herantreten soll.