Erstmals Impfstoff gegen Dengue-Fieber in Österreich verfügbar

Lesedauer beträgt 3 Minuten
Autor: Scho

In Österreich ist erstmals ein Impfstoff gegen das Dengue-Fieber verfügbar. Das Virus wird von Stechmücken vor allem in den Tropen und Subtropen übertragen, jedes Jahr infizieren sich weltweit dutzende Millionen Menschen. Derzeit gibt es zwei Impfstoffe: Einer wird nur in einigen Ländern genutzt, er wirkt zudem nur gegen einen Virus-Typ. Im vergangenen Dezember wurde in der EU der Impfstoff Qdenga von Takeda zugelassen, der nun auch in Österreich erhältlich ist.

Allerdings gibt es keine allgemeine Impfempfehlung des Nationalen Impfgremiums (NIG) für Reisen in Endemiegebiete, da die Datenlage bei Reisenden und Touristen derzeit noch limitiert ist. Um das Risiko einer eventuell schwerer verlaufenden Zweitinfektion zu reduzieren kann Personen, die eine gesicherte Denguevirus-Infektion durchgemacht haben, vor Reisen in ein (Hoch-)Risikogebiet eine Impfung angeboten werden, so die aktuelle Empfehlung des NIG. In Einzelfällen, wie beispielsweise bei Langzeitreisenden und Bewohnerinnen und Bewohner von Risikogebieten oder Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf kann nach entsprechender Nutzen-Risiko-Abwägung auch bei Personen ohne früherer Dengue-Infektion eine Impfung indiziert sein, so das NIG.

Bisher nur „importierte“ Fälle in Österreich

In Österreich ist Dengue-Fieber meldepflichtig, bisher wurden nur aus dem Ausland importierte Fälle gemeldet. Die Krankheitszeichen treten meist vier bis sieben Tage, selten bis zu 14 Tage nach dem Stich auf. Die Symptome ähneln einer Grippe. Typisch ist laut dem Gesundheitsministerium die sogenannte Dengue-Trias: Fieber, Ausschlag sowie Kopf-, Muskel-, Glieder-, Knochen- oder Gelenkschmerzen. In ungefähr zwei bis vier Prozent der Fälle nimmt die Krankheit einen schweren Verlauf (innere Blutungen, Schock) und es kann zu einem tödlichen Ausgang kommen. Vor allem bei Kindern kann es zu schwerwiegenden Komplikationen kommen. Der schwere Verlauf tritt oft nach einer wiederholten Ansteckung mit Dengue-Virus auf. Laut dem Impfstoff-Hersteller Takeda tritt das Dengue-Fieber in 125 Ländern auf, darunter beliebte Urlaubsziele wie Thailand, Indonesien und die Karibik. Drei Milliarden Menschen leben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge in Dengue-Risikogebieten.

Im Dezember hat die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) den Impfstoff Qdenga zugelassen. Dabei handelt es sich um eine replikationsfähige, attenuierte Lebendvakzine. Das Impfschema sieht zwei Dosen im Abstand von drei Monaten vor. Eine Dosis kostet in Österreich rund 140 Euro. Der Impfstoff ist für Kinder ab vier Jahren, Jugendliche und Erwachsene zugelassen. Laut Takeda wurde er in einem umfangreichen klinischen Entwicklungsprogramm mit mehr als 28.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern geprüft, einschließlich der Phase-3-Studie. Die Ergebnisse der Studien zeigten, dass der Impfstoff von Takeda bei allen vier Serotypen des Dengue-Virus-Fiebers schwere Erkrankungen und Krankenhausaufenthalte verhindert. Der neue Impfstoff wird laut Takeda in einem Spezial-Labor in Wien auf Sicherheitsaspekte getestet.

(APA/red.)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Pflege: Förderung für 24-Stunden-Betreuung mit Jänner erhöht

Pflege: Förderung für 24-Stunden-Betreuung mit Jänner erhöht

Die Anpassung erfolgt im Einvernehmen mit den Bundesländern, auch der Bundesbehindertenbeirates wurde angehört. Bund und Länder werden im Jahr 2023 voraussichtlich mehr als 180 Millionen Euro für die Förderung der 24-Stunden-Betreuung aufwenden - im Verhältnis 60 (Bund) zu 40 (Länder)

Numerus-Clausus-Debatte: Medizinstudium-Änderungen für EU-Rechtsexperten aussichtslos

Numerus-Clausus-Debatte: Medizinstudium-Änderungen für EU-Rechtsexperten aussichtslos

Der EU-Rechtsexperte Peter Hilpold verortet die lancierte Numerus-Clausus-Debatte in völlig rechtsfreiem Raum. Urteile des EuGH dazu sind laut ihm eindeutig: Eine "Rückkehr zum Herkunftslandprinzip" sei "eindeutig abgelehnt" worden.