Podcast: Erste Auswertungen der Universitätskinderklinik Graz zeigen, dass die RSV-Immunisierung mit Nirsevimab schwere Verläufe und Krankenhausaufenthalte bei Säuglingen deutlich reduziert.
Die RSV-Saison 2025/26 markiert einen Meilenstein in Österreich: Erstmals stand die RSV-Prophylaxe mit Nirsevimab allen Säuglingen kostenfrei zur Verfügung. Erste Daten der Universitätskinderklinik Graz bestätigen nun den erwarteten Nutzen.
Von rund 1.800 in Graz geborenen Kindern wurden 70 Prozent immunisiert. Die Auswertung zeigt eine Hospitalisierungsrate von lediglich 0,6 Prozent bei immunisierten Säuglingen. Das entspricht einer relativen Risikoreduktion von 77 Prozent gegenüber nicht immunisierten Kindern.
Auch internationale Studien stützen die Wirksamkeit [1]. Meta-Analysen berichten von deutlichen Rückgängen RSV-bedingter Hospitalisierungen und Intensivaufnahmen [2]. Zudem gibt es Hinweise auf positive Effekte über die erste RSV-Saison hinaus [3]. Selbst in der zweiten Saison wurde ein geringeres Risiko für Krankenhausaufenthalte beobachtet [4].
Experten wie Volker Strenger von der Med Uni Graz betonen, dass neben der Verfügbarkeit vor allem die Elternaufklärung entscheidend ist. Eine frühzeitige Information und strukturierte Planung der Immunisierung gelten als zentrale Faktoren für eine hohe Akzeptanz und einen wirksamen Schutz von Säuglingen vor schweren RSV-Erkrankungen.
Das Interview mit Prof. Dr. Volker Strenger wurde anlässlich des 24. Pädiatrischen Frühlings (28. bis 30. Mai 2026 in Seggau) aufgenommen.
Das Gespräch führte Christopher Waxenegger
Der Podcast entstand mit freundlicher Unterstützung von Sanofi-Aventis GmbH

Literatur:
[1] Daten der Universitätskinderklinik Graz; Präsentation Pädiatrischer Frühling Seggau 2026
[2] Sumsuzzman et al. Lancet Child Adolesc Health 2025; Published OnlineMay 1, 2025; doi.org/10.1016/S2352-4642(25)00093-8
[3] Lenglart et al. The Journal of Pediatrics (2026), doi: doi.org/10.1016/j.jpeds.2026.115067.
[4] Razzini et al. Lancet Infect Dis 2026Published Online January 12, 2026; doi.org/10.1016/s1473-3099(25)00742-x