Beatmung rund um den Globus

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Autor: Scho

Ob in Ägypten oder im Kreis Ostholstein – kommt es zu einem Rettungseinsatz, stehen die Chancen hoch, dass Verletzte mit Geräten von Weinmann Emergency erstversorgt werden. Das Hamburger Unternehmen ist eines der weltweit führenden Unternehmen für die Bereitstellung von Geräten, die speziell für den Notfalleinsatz konzipiert sind. Sei es beim Rettungseinsatz, im Katastrophenschutz, bei Sanitätsdiensten von Armeen oder beim innerklinischen Notfall: Die größtenteils in Rettungsfahrzeugen, -flugzeugen und -hubschraubern verbauten Beatmungsgeräte für Notfallbeatmung und Transportbeatmung sowie Defibrillatoren stammen zu einem hohen Prozentsatz aus Hamburg.

Bei einem Besuch von Andreas Rieckhof, Staatsrat der Behörde für Wirtschaft und Innovation, sowie Begleitung durch Life Science Nord im Rahmen einer „Life-Science-Tour“ bei Hamburger Medtech- und Biotech-Unternehmen, präsentierte CEO André Schulte, wie das LSN-Gold-Mitglied Weinmann Emergency seit über 100 Jahren in einer Nische des Gesundheitswesens erfolgreich agiert. „Die Ausgaben für den Rettungsdienst liegen bei nicht einmal zwei Prozent der Gesamtausgaben für Gesundheit in Deutschland“, berichtet André Schulte und führt aus: „In den weltweiten Gesundheitssystemen sind die Zahlen ähnlich. Das ist das wirtschaftliche Umfeld, in dem wir uns mit unseren Produkten und Services bewegen.“ Diese Aussage untermauern eindrücklich die offiziellen Zahlen: Laut Statistischem Bundesamt wurden 2019 insgesamt knapp 411 Mrd. Euro für Gesundheit in Deutschland ausgegeben. Auf den Rettungsdienst entfielen davon rund 5,8 Mrd. Euro. Das entspricht nicht einmal 1,5 Prozent der Gesamtausgaben.

Intuitive Bedienung

Rund 40 Prozent des Gesamtumsatzes von Weinmann Emergency wird außerhalb von Europa erwirtschaftet. Den Hauptgrund für den Erfolg auf dem Weltmarkt sieht André Schulte in dem, was seit September 2021 auch im Claim des Unternehmens We Simplify Saving Lives festgeschrieben ist: „Die hoch intuitive Bedienung der Beatmungsgeräte und Defibrillatoren macht den Einsatz einfach und sicher – ganz gleich ob bei einer Katastrophenlage, einer militärischen Auseinandersetzung oder dem Notfalleinsatz bei einem Verkehrsunfall.“ Parallel dazu wächst das Servicegeschäft, das Weinmann Emergency über sechs eigene Niederlassungen in China, Spanien, Frankreich, USA, die Vereinigten Arabischen Emirate sowie Singapur sowie ein enges Partnernetzwerk in insgesamt 120 Staaten anbieten kann. Circa 35 Prozent des globalen Gesamtumsatzes erwirtschaftet das Unternehmen mittlerweile mit Services und Dienstleistungen rund um das Produktportfolio – mit steigender Tendenz.

Die Grundsteine des heutigen Unternehmens wurden 1874 gelegt. Spätestens seit der Firmierung als Weinmann Geräte für Medizin setzt das Unternehmen Standards und Maßstäbe für den Einsatz von Technologie zum Retten von Menschenleben. Bereits seit 1972 ist die Marke Medumat ein fester Bestandteil in der Notfallbeatmung weltweit. Ein weiteres Beispiel gefällig? Gerne! Im Jahr 1977 kam der Ulmer Koffer auf den Markt und ist bis heute für Notfallkoffer das, was „Tempo“ für Papiertaschentücher ist: ein Synonym, das nicht nur deutschlandweit bekannt ist.

Vernetzte Technik

Dass Innovation ein fortwährender Prozess ist und sich die In­genieurinnen und Ingenieure nicht auf Erfolgen ausruhen, unter­streichen zwei aktuelle Förderprojekte, in denen Weinmann Emergency aktiv ist. Im Projekt „VentCore“ soll ein Demonstrator für das weltweit erste Kombigerät für Defibrillation und Beat­mung entstehen, um unter anderem die technische Realisier­barkeit aufzuzeigen. Ein zweites Projekt unter der Beteiligung von Weinmann Emergency fokussiert auf den 5G-Einsatz im Notfalleinsatz, um gemäß dem Internet-of-Things-Ansatz Rettungsfahrzeuge mit nachfolgenden Behand­lungseinrichtungen zu vernetzen. Die Datenübertragung in Echtzeit aus Therapie-Einheiten für Defibrillation und Beatmung soll das Retten von Menschenleben maßgeblich unterstützen.

„Unternehmen aus dem Mittelstand wie Weinmann Emergency sind ein großartiger Beleg für die Leistungsfähigkeit des Life-Science-Standortes Hamburg. Ein Unternehmen, das über mehr als 100 Jahre hier gewachsen und verwurzelt ist, ist vom Welt­markt in einer lebensrettenden Nische nicht mehr wegzudenken“, bekräftigte Staatsrat Andreas Rieckhof und führte aus: „Für uns als politische Vertreter ist der direkte Austausch enorm wichtig, um zu verstehen, wie sich der Sektor mit seinen Akteuren ent­wickelt, aber auch um zu sehen, vor welchen – auch interna­tionalen – Herausforderungen die Unternehmen stehen. So entstehen Möglichkeiten, um tragfähige Wege in die Zukunft mitzugestalten.“

Rund 400 Mitarbeiter

Aktuell beschäftigt Weinmann Emergency am Standort Hamburg knapp über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und will weiterwachsen. „Insbesondere in den Bereichen IT und Digitalisierung haben wir einen großen Bedarf an Expertinnen und Experten“, so André Schulte. Hinzu kommen am Standort Erlangen noch weitere rund 100 beim verbundenen Unternehmen Corscience.

2026 wird das Unternehmen den Umzug des Hauptsitzes in ein neues Gebäude in Hamburg-Bahrenfeld vollziehen. Der Umzug trägt dem Wachstum des Unternehmens Rechnung. Denn bereits heute reichen die räumlichen Kapazitäten am Hauptsitz nicht mehr aus, sodass zusätzliche Flächen in unmittelbarer Nähe angemietet wurden. Ein klares Bekenntnis also zum Standort im Norden: „Hamburg als Stadt ist nicht nur ein attraktives Argument bei der Fachkräftegewinnung. Die weltweite Anbindung über den Flughafen ist für unsere globale Geschäftsausrichtung essenziell. Wir haben hier ideale Voraussetzungen, um weiter wachsen zu können und nicht zuletzt mit Life Science Nord ein Life-Science-Cluster, dass sich hervorragend entwickelt und aus unserer Sicht zu den besten in Deutschland zählt“, unterstreicht André Schulte.

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