Blutmarker erkennen Nervenschäden bei MS frühzeitig

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Autor: Scho

Ein Blutmarker erkennt Nervenschäden bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS) mehr als zwei Jahre vor ihrem Auftreten. Diese Entdeckung von einem Forschungsteam unter Leitung der Universität Basel ist laut den Forschenden für den langfristigen Behandlungserfolg entscheidend. Bei Menschen mit MS, einer degenerativen Erkrankung des zentralen Nervensystems, treten Verschlechterungen des Zustands häufig in Schüben auf.

Da der individuelle Verlauf der Krankheit dabei schwer voraussagbar sei, sei es schwierig, die Behandlung auf den einzelnen Patienten zeitgerecht anzupassen, hieß es in einer Mitteilung des Forschungszentrums für Neuroimmunologie und Neurowissenschaften des Universitätsspitals Basel. Ein frühzeitiges Erkennen von Verschlechterungen, in der Fachsprache als Progression bezeichnet, sei deshalb wichtig, betonten die Forschenden.

An diesem Punkt knüpfte die am Montag im Fachblatt „Jama Neurology“ veröffentlichte Studie an. Die Wissenschafterinnen und Wissenschafter der University of California San Francisco (USA) und der Schweizer Multiple Sklerose Kohorte (SMSC) unter Leitung der Universität Basel analysierten dafür Langzeitdaten von rund 13.000 Patienten-Visiten und Blutproben.

Indikator ist möglicherweise auch Therapieansatz

Dabei stellten sie einen starken Anstieg von Leichtketten-Neurofilamenten (NfL) im Blutserum zwischen zwölf und 26 Monaten vor dem Auftreten einer schleichenden Verschlechterung fest. NfL sind Proteine, die in den Neuronen des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark) vorkommen.

Zum Zeitpunkt des Auftretens der Verschlechterung unterschieden sich die Blutspiegel nicht mehr von Patienten mit stabilem Krankheitsverlauf, wie die Studie zeigte. Das deutet demnach darauf hin, dass die Messungen die eigentliche Nervenschädigung früher anzeigt als die körperliche Untersuchung.

Im Mittelpunkt zukünftiger Untersuchungen werde der Versuch stehen, der Schädigung des Zentralen Nervensystems durch frühen Therapiebeginn oder zukünftige Therapien entgegenzuwirken, hieß es.

(APA/sda/red.)

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