Forscher regen Nervenzellen über Belichtung von Fetten an

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Autor: Scho

Mit ultravioletten Lichtstrahlen erregen Linzer Forscher Nervenzellen, bei Blaulicht beruhigen sich diese wieder. Nervenzellen (Neuronen) derart schonend an- und abzuschalten wird durch den Einbau von lichtempfindlichen Fetten in ihre Außenwände möglich, erklären sie: „Vor allem in der medizinischen Diagnostik könnte man damit die Verschaltung von Neuronen untersuchen“. Die Methode wurde der Fachwelt im Magazin „Nature Communications“ vorgestellt.

Es sind dafür spezielle lichtempfindliche Fettstoffe nötig, die man von außen zugibt, erklärte Peter Pohl vom Institut für Biophysik der Universität Linz im Gespräch mit der APA: „Sie wandern aber dann von selbst in die Membranen (Zellaußenwände, Anm.) ein.“ Wenn man die Zellen mit ultraviolettem (UV-) Licht bestrahlt, verändern die lichtempfindlichen Fettstoffe ihre Gestalt, was den Membranen rundherum eine erhöhte elektrische Kapazität beschert. Dadurch wird ein Nervenreiz gesetzt. Blaues Licht bewirkt eine andere Gestaltänderung der Fette, woraufhin sie weniger Platz einnehmen. Dadurch sinkt die elektrische Kapazität ringsum und Ruhe kehrt ein.

Es gibt schon zwei Methoden, Nervenzellen von außen an- und abzuschalten, die jedoch jeweils Nachteile haben, berichten die Forscher: Man kann winzig kleines Material in die Zellen bringen, das Licht aufnimmt, sich dabei erwärmt und die Nervenzellen dadurch anregt. „Es braucht dafür aber eine hohe Lichtstärke, die nicht immer verfügbar ist und Nebenwirkungen haben kann“, erklären sie.

Außerdem ist es möglich, Zellen gentechnisch so zu verändern, dass sie lichtsensible Kanäle bilden. „Gentechnischen Eingriffen sind aber gerade beim Menschen enge Grenzen gesetzt“, so die Forscher am Freitag in einer Aussendung. Die vorgestellte, „nervenschonende Nervenforschungsmethode“ wäre ein zusätzliches Werkzeug. „Da wir keine gentechnisch veränderten Materialien brauchen, ist die Anwendung am Menschen theoretisch denkbar“, schreiben sie.

Die Fachpublikation finden Sie hier.

(APA/red.)

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