Gewaltschutz: Dachverband für Opferschutzgruppen im Gesundheits- und Sozialbereich gegründet

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Autor: Scho

Häusliche Gewalt hat viele Formen und Folgen. An ebenso viele administrativen Bezugspunkten wird sie sichtbar. Es ist besonders der Gesundheits- und Sozialbereich, der bei der Früherkennung von häuslicher Gewalt eine wesentliche Rolle spielt. Laut einer Prävalenzstudie suchen 19,55 Prozent der von Gewalt betroffenen Frauen Hilfe im Gesundheitswesen oder in einer Beratungseinrichtung. Nur 16,86 Prozent wenden sich demnach an die Polizei. Initiativen gegen Gewalt gibt es viele. Eine Bündelung dieser Aktivitäten hat bisher allerdings weitestgehend gefehlt. Bis jetzt. Am Freitag wurde in Kritzendorf bei Wien der „Österreichische Dachverband für Opferschutzgruppen im Gesundheits- und Sozialbereich“ gegründet. Er soll genau diese Bündelungs-Position einnehmen.

„Unsere Erfahrungen aus vielen Jahren im Opferschutz im Gesundheits- und Sozialbereich haben uns gelehrt, dass eine wichtige Voraussetzung für einen funktionierenden Opferschutz in diesen Bereichen die Vernetzung und eine gemeinsame Vertretung der Interessen ist. Ohne diese ist eine effiziente Opferschutzarbeit nur schwer möglich“ so Thomas Beck, Obmann des neu gegründeten Dachverbandes sowie Psychologe an den Universitätskliniken Landeskrankenhaus Innsbruck.

Der Vorstand des Dachverbandes (v.l.n.r.): Sabine Eder DGKP, Maga. Monika Kern, Univ.-Doz. Dr. Thomas Beck, Sabine Sramek, DGKP, MSc., Andrea Hohenegger, DGKP, MSc. und OA Dr. Christopher Kartnig

Hier kommt der „Österreichische Dachverband für Opferschutzgruppen im Gesundheits- und Sozialbereich“ ins Spiel. Als Hauptaufgabe hat sich der Dachverband die Unterstützung und Koordination von Opferschutzgruppen gestellt. Dazu gehört vor allem einmal Hilfe bei der Gründung von Verbänden, deren Vernetzung sowie Schulung und wissenschaftliche Beratung. Letztlich sollen einheitliche Standards für die Opferschutzarbeit erarbeitet werden.

Weitreichende Folgen

Zahlreiche internationale Studien belegen gesundheitlich weitreichende körperliche und/oder psychische Spätfolgen von widerfahrener Gewalt. Und diese Folgen reichen weit über die akuten Folgen von Gewaltwiderfahrnissen hinaus. „Neben den unmittelbaren Verletzungsfolgen von Gewalt, führen Gewaltwiderfahrnisse zu weitreichenden gesundheitlichen Folgen für die Betroffenen, sowohl auf physischer, als auch auf psychischer Ebene“, so Sabine Sramek, Schriftführerin des Dachverbandes und Pflegedirektorin von „PFLEGEN BETREUEN WOHNEN der Barmherzigen Brüder in Kritzendorf. Und Sramek weiter: „Besonders bei Kindern zieht die Zeugenschaft häuslicher Gewalt deutliche Konsequenzen nach sich. Auch die Gewalt gegen alte Menschen und in der Pflege entsteht auf Basis zahlreicher Ursachen und Hintergründe und ist leider weit verbreitet.“

„Gewaltwiderfahrnisse sind weder an ein Geschlecht noch ein bestimmtes Alter gebunden“, so Sramek. Denn neben den unterschiedlichsten Formen physischer, psychischer und/oder sexueller Gewalt zählten auch weibliche Genitalverstümmelung, Zwangsheirat, Kinderehe oder Gewalt und Diskriminierung alter Menschen zu den Gewaltformen.

Die Studie zu Gewalt gegen Frauen in Österreich finden Sie hier.

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