Honigbienen spüren verlässlich Umweltschadstoffe auf

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Autor: Scho

Bienen sind geniale „Umweltdetektive“, vor allem für Schwermetalle. Das ist das Ergebnis einer Studie vom Zentrum für Public Health der MedUni Wien, die im Fachjournal „Insects“ veröffentlicht wurde. Dass Bienen auf der Nahrungssuche auch Schadstoffe aus Luft, Boden und Wasser sammeln, ist bereits länger bekannt, erläuterte die MedUni in einer Aussendung. Entsprechend standen die Tiere als Indikatoren für das Ausmaß der Umweltverschmutzung schon länger im Fokus.

Wie gut und in welcher Form die Insekten dazu eingesetzt werden können, gesundheitsschädliche Stoffe in der Umwelt aufzuspüren, wurde nun vom Zentrum für Public Health der MedUni mit Beteiligung der Montanuniversität Leoben genauer untersucht. Insgesamt 19 Studien aus den Jahren 2010 bis 2020 wurden von den Forschenden für eine Übersichtsarbeit herangezogen. Die Mehrheit der Artikel konzentrierte sich auf den Nachweis von Schwermetallen in Bienen und deren Produkten wie Honig.

„Wir konnten in unserer Analyse zeigen, dass die Biene als Ganzes, weit über ihre individuellen Produkte hinaus, einen herausragenden Indikator für das Ausmaß der Umweltverschmutzung in einer bestimmten Region darstellt“, erklärte Daniela Haluza von der Abteilung für Umwelthygiene und Umweltmedizin des Zentrums für Public Health der MedUni. Mit der zunehmenden Freisetzung schädlicher Stoffe in die Umwelt mehren sich die negativen Folgen für die Gesundheit. Um diese Substanzen aufzuspüren, verwenden die Forschenden spezielle Detektoren, sogenannte Biomonitore.

Zusammenhang mit Jahreszeit, Witterungsbedingungen und Futteraktivität

Honigbienen werden dabei als besonders treffsicher geschätzt. Bei der Zuverlässigkeit der Schadstoffüberwachung durch diese Insekten seien allerdings verschiedene Faktoren zu berücksichtigen, wie Haluza erläutert: „Die Aussagekraft der Bienenprodukte hängt eng mit der Jahreszeit, den Witterungsbedingungen und der Futteraktivität zusammen.“ Zudem seien standardisierte Studien nötig, um eine einheitliche Interpretation der darin nachgewiesenen Werte unter dem Gesichtspunkt der Umweltmedizin zu ermöglichen.

Der Einsatz von Honigbienen als Biomonitore stelle eine Ergänzung zu traditionellen Messstationen für die Überwachung der Umweltverschmutzung dar. Dieser Ansatz bietet eine erweiterte Perspektive für die Umweltmedizin und steht im Einklang mit dem „One Health“-Konzept, in dem die Verflechtung der Gesundheit von Umwelt, Tier und Mensch berücksichtigt wird.

(APA/red.)

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