Machbarkeit eines Studiendesigns bei Parkinson

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Autor: Scho

Zu den aktuell laufenden Forschungsprojekten an der IMC Fachhochschule Krems gehört die Parkinson Freezing of Gait Studie im Department of Health Sciences, mit der ein Studiendesign auf Machbarkeit und Akzeptanz bei Parkinson-Patientinnen und -Patienten geprüft wird. Verantwortlich dafür ist ein Forscherteam des Department of Health Sciences im Studiengang Physiotherapie.

Es handelt sich dabei um eine Studie mit einem Cross-over-Design mit Personen, die unter dem idiopathischen Parkinsonsyndrom leiden. Es werden hier zwei innovative Geräte verwendet: Die STAPP ONE Research Insoles und das CUE1 Medizingerät von Charco Neurotech.

Eine sensitive Sohle

Im Rahmen der Studie von Agnes Wilhelm, MSc, Christian Paumann, MSPhT, Jessica Janssen PhD, MSc, BH und Tanja Riedl, MHPE zum idiopathischen Parkinsonsyndrom werden Patientinnen und Patienten zwei Tests unterzogen: einem 10-Meter-Gehtest und dem „Freezing of Gait Score“. „Freezing of Gait“ bedeutet „Einfrieren des Gangs“ und beschreibt ein belastendes Parkinson-Symptom, das oft mit Stürzen verbunden ist. Während der Tests tragen die Patientinnen und Patienten STAPP ONE Sensorsohlen, mit denen Parameter wie Schrittlänge, Kadenz (Schrittfrequenz), Doppelstandphase (doppelseitige Beinbelastung) oder die Dauer des Gangzyklus erfasst werden. Die intelligente STAPP ONE Sensorsohle wird einfach in einen bequemen Schuh eingelegt und misst die Fußdruckbelastung ihrer Trägerinnen und Träger sowie weitere Gangparameter. Die dazugehörige Software ermöglicht ein visuelles Biofeedback in Echtzeit sowie objektive Daten zu weiteren relevanten Bewegungsparametern.

„Die STAPP ONE Research Insoles ermöglichen in unserem Setting, dass wir einfach eine Ganganalyse und die Parameter erfassen können, ohne dass wir ein eigenes Ganglabor brauchen“, erzählt Agnes Wilhelm, MSc, Professorin der IMC FH Krems. Damit sei das Forschungsteam flexibler in Bezug auf Räumlichkeiten und Durchführung der Testungen. Beim Freezing of Gait Score müssen Probandinnen und Probanden von einem Sessel aufstehen, einen Meter gehen, sich 360 Grad im Uhrzeigersinn, dann gegen den Uhrzeigersinn drehen und schließlich durch eine Tür gehen. „Diese Parameter zu erfassen, wäre in einem klassischen Ganglabor nur mit deutlich mehr Aufwand möglich“, so Wilhelm. Alle Probandinnen und Probanden empfanden die Sohlen außerdem als angenehm und bequem – ein wichtiger Punkt für die Aussage in Bezug auf die Akzeptanz und Machbarkeit des Studiendesigns.

Vibrationen gegen Parkinson

In der Studie wird außerdem das CUE1 Gerät der Firma Charco Neurotech eingesetzt. Das Medizinprodukt soll mithilfe von vibrierenden Impulsen die Parkinson-Symptome und so die Beweglichkeit verbessern. Es wird während der Studie einmal aus- und einmal eingeschaltet, während die Schuheinlagen die Bewegungsparameter messen. Ein Fragebogen eruiert im Anschluss die Akzeptanz von und die Zufriedenheit mit den verwendeten Geräten und dem Studienaufbau. „Unser Ziel ist es, diese Informationen zu verwenden, um eine spätere, größere Studie aufzubauen, bei der wir dann die Effektivität des CUE1 Gerätes untersuchen können“, so Agnes Wilhelm.

Objektive Daten sind das A und O der Forschung. „Gangparameter wie Schrittlänge, Kadenz und Doppelstandphase sind Parameter, die wir sonst nicht erfassen könnten, die aber gerade, was das Freezing of Gait betrifft, wichtige Hinweise geben können, um zu erkennen, wann Freezing of Gait eintritt und was sich im Bezug darauf verändert, wenn das CUE1 Device eingesetzt wird“, erklärt Wilhelm abschließend.

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