Nahostkonflikt birgt Potenzial für globale Medikamentenengpässe

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Autor: Scho

Dem eskalierten Nahostkonflikt wohnt laut einem Bericht des „Spiegel“ zumindest das Potenzial inne, die globale Medikamentenversorgung zu beeinträchtigen. Noch gibt es laut Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) keine konkreten Meldungen zu derartigen Liefereinschränkungen, hieß gegenüber der APA. Nach Angaben einer Pharmadatenfirma in München werden jedoch über 60 Wirkstoffe in Israel hergestellt, zwei sogar ausschließlich, so das deutsche Magazin.

Die zwei Arzneimittel dienen jeweils zur Behandlung seltener Stoffwechselkrankheiten und auch weitere Wirkstoffe aus Israel würden hohe Weltmarktanteile aufweisen. Aufgrund zahlreicher nationalen wie auch zentraler Zulassungen hat Israel einen relevanten Anteil an der Versorgung des österreichischen Arzneimittelmarktes, hieß es vonseiten der heimischen Arzneimittelbehörde BASG: „Es gilt zu betonen, dass es sich vor allem um eine gesamteuropäische Problematik handelt, die von der für zentrale Zulassungen zuständigen Europäischen Arzneimittelagentur EMA gemeinsam mit den nationalen Behörden genau beobachtet wird“. Laut „Spiegel“ sieht das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zumindest bei acht Wirkstoffen einen „potenziell einschränkenden Sachverhalt“ vorliegen.

323 Arzneimittel von Einschränkungen betroffen

Grundsätzlich gelte laut BASG: Engpässe hätten meist komplexe und multifaktorielle Ursachen, „die Verantwortung der Lieferfähigkeit von Arzneimitteln aufrecht zu erhalten, liegt bei den Zulassungsinhabern bzw. beim Großhändler“. Aus Gründen des Schutzes der öffentlichen Gesundheit kann das BASG auch ein „Parallelexportverbot“ aussprechen.

Lauten dem Bundesamt waren 2019 insgesamt 323 Arzneimittel in Österreich von Einschränkungen betroffen, seit der verpflichtenden Meldung von Vertriebseinschränkungen stiegen diese im Folgejahr auf 1.096. „Im Jahr 2021 gab es insgesamt 788 Meldungen, 2022 1.257 Meldungen zu Arzneispezialitäten, die nicht bzw. nicht ausreichend verfügbar waren.“

(APA/red.)

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