Novartis hebt Jahresprognose an

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Autor: Scho

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis traut sich nach den ersten sechs Monaten mehr zu und hat seine Jahresprognose erneut angehoben. Der Konzern bekräftigte am Dienstag, dass die Generika-Sparte Sandoz abgespalten und an der Schweizer Börse SIX gelistet werden soll, hielt sich zu den Details der Transaktion aber weiterhin bedeckt. Die Aktionäre sollen darüber am 15. September in einer außerordentlichen Generalversammlung abstimmen, hieß es lediglich.

Im zweiten Quartal konnten die Schweizer dank guter Geschäfte mit dem Blockbuster Entresto und weiteren neuen Medikamenten den Umsatz und Gewinn steigern. Damit übertraf der Hersteller zugleich die Erwartungen am Markt, nachdem Novartis 2022 etwa wegen hoher Umbaukosten noch einen kräftigen Ergebnisrückgang verkraften musste.

„Novartis hat im vergangenen Quartal erneut ein starkes Umsatzwachstum und eine robuste Margensteigerung erzielt, was eine Erhöhung der Konzernprognose für 2023 ermöglicht“, sagte Konzernchef Vas Narasimhan laut einer am Dienstag in Basel veröffentlichten Mitteilung. Im zweiten Quartal kletterte der Umsatz um 7 Prozent auf 13,6 Mrd. US-Dollar (12,1 Mrd. Euro), zu konstanten Wechselkursen ergab sich ein Anstieg um neun Prozent.

Wachstum in der Pharmasparte

Den größten Umsatzbeitrag lieferte wie üblich die Pharmasparte. Sie setzte von April bis Juni 11,2 Mrd. US-Dollar um, was einer Zunahme von sieben Prozent beziehungsweise neun Prozent zu konstanten Wechselkursen entspricht. Auch die vor der Abspaltung stehende Tochter Sandoz legte zu.

Konzernweit wurde das Wachstum durch einen höheren Produktabsatz getragen. Deutliche Zuwächse verbuchte Novartis insbesondere mit dem Herzmittel Entresto, seinen Krebstherapien Pluvicto und Kisqali sowie mit Kesimpta, das zur Behandlung der schubförmig verlaufenden Multiple Sklerose (MS) verwendet wird. Generikakonkurrenz bekam Novartis hingegen weiterhin für sein vom Patentablauf betroffenen MS-Mittel Gilenya zu spüren. Der Umsatz für das Mittel ging mehr als die Hälfte zurück.

Die Generika-Sparte, die Novartis nun zu Beginn des vierten Quartals abspalten will, setzte im zweiten Quartal 2,4 Mrd. Dollar um. Das war ein Plus im Vergleich zum Vorjahr von fünf Prozent. Vor allem in Europa wuchs die Sparte erneut kräftig. Eine anhaltend gute Dynamik bei den Neueinführungen des Vorjahres, eine starke Husten- und Erkältungssaison und das Biosimilar-Geschäft stützten diese Entwicklung.

Abtrennung von Sandoz beschlossen

Wie Novartis weiter mitteilte, hat der Verwaltungsrat einstimmig für die vorgeschlagene Trennung von Sandoz gestimmt. Die Aktionäre sollen im Rahmen einer außerordentlichen Generalversammlung am 15. September darüber abstimmen.
Unterm Strich blieb mit 2,9 Mrd. Dollar ein um 37 Prozent höherer Konzerngewinn übrig. Novartis begründete dies unter anderem mit deutlich niedrigeren Kosten für den Konzernumbau. An der Börse und von Analysten wird aber besonders das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis beachtet. Diese Kennziffer konnte Novartis um neun Prozent auf knapp 4,7 Mrd. Dollar steigern. Damit wurden selbst die kühnsten Analystenerwartungen übertroffen.

Novartis wurde deshalb erneut zuversichtlicher für 2023. Laut der neuen Konzernprognose will die Unternehmensführung aufs Jahr gesehen den bereinigten operativen Gewinn im niedrigen zweistelligen Prozentbereich steigern – bisher hatte das Management ein Plus im hohen einstelligen Prozentbereich angepeilt. Mit Blick auf den Umsatz traut sich Novartis nunmehr eine Steigerung im hohen einstelligen Prozentbereich zu, die ursprüngliche Prognose hatte einen Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich vorgesehen.

Inzwischen will das Management ein weiteres Aktienrückkaufprogramm starten. Die starke Bilanz erlaube es dem Konzern, Aktien im Umfang von bis zu 15 Mrd. US-Dollar zurückzukaufen, teilte Novartis weiter mit. Die Flexibilität für weitere gezielte strategische Zukäufe werde weiter beibehalten.

(APA/dpa-AFX/red.)

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