Psychotherapeuten werden künftig an Unis ausgebildet

Lesedauer beträgt 3 Minuten
Autor: Scho

Die Psychotherapie-Ausbildung wandert an die Universitäten. Den entsprechenden Beschluss des Nationalrats haben alle Fraktionen mit Ausnahme der SPÖ angenommen. Sie kritisiert die Limitierung der Studienplätze sowie, dass in der dritten Studienphase weiter Gebühren zu leisten sein werden.

Bisher fand die Ausbildung abseits der Unis statt und verursachte Kosten zwischen 25.000 und 50.000 Euro, wie Sozialminister Johannes Rauch ausführte. Nunmehr werde sie aus dem Umfeld der Vereinsebene an Unis und Fachhochschulen geführt, betonte Grünen-Gesundheitssprecher Ralph Schallmeiner. Zudem seien Bachelor und Master kostenfrei, lobte VP-Mandatar Josef Smolle.

Zur Verfügung stehen werden pro Jahr 500 Plätze – zu wenig, wie der geschäftsführende SPÖ-Klubchef Philip Kucher befand. Alleine im Vorjahr haben sich in das Berufsregister knapp 600 Personen eingetragen, für die SPÖ Beleg dafür, dass das Angebot zu gering sein werde. Beantragt wurde daher, auf Beschränkungen zu verzichten.

Die SPÖ wies auch darauf hin, dass die dritte Studienphase erst wieder Kosten verursachen werde und zwar bis zu 20.000 Euro. Seitens der ÖVP wurde repliziert, dass während dieser auch schon gearbeitet werden dürfe, womit die Auszubildenden ein Einkommen erhielten und so die Finanzierung erleichtert werde.

Über die Kosten nicht allzu begeistert war die FPÖ, insgesamt begrüßte man aber die überfällige Reform. Auch die NEOS sprachen von einem wichtigen Schritt, um Kostenaufwand und Qualität zu verbessern.

Zusätzliche Angebote an Fachhochschulen

Rauch wollte nicht so stehen lassen, dass es zu wenige Plätze gebe. Denn die Fachhochschulen in den Ländern könnten zusätzlich ein eigenes Angebot zur Verfügung stellen. Dass es zu wenig psychotherapeutisches Angebot gebe, bestätigte der Sozialminister. Aber gerade deshalb sei die Ausbildungsreform wichtig.

Konkret soll es ab 2026 an den öffentlichen Unis eine einschlägige Ausbildung geben. An ein fachlich passendes Bachelorstudium etwa der Medizin oder der Psychologie oder auch Ausbildungen etwa für Musiktherapie, diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegeberufe und Hebammen wird ein zweijähriges Masterstudium für Psychotherapie anschließen. Dritter Ausbildungsteil ist eine postgraduelle psychotherapeutische Fachausbildung bei Psychotherapeutischen Fachgesellschaften, während der man schon unter Supervision therapeutisch arbeiten kann.

(APA/red.)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

FH Campus Wien: Hans Peter Köllner ist neuer akademischer Lehrgangsleiter im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege

FH Campus Wien: Hans Peter Köllner ist neuer akademischer Lehrgangsleiter im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege

Hans Peter Köllner zeichnet als neuer Leiter für das auf das Berufsfeld Gesundheits- und Krankenpflege maßgeschneiderte akademische Lehrgangsangebot im Department Angewandte Pflegewissenschaft verantwortlich.

International Nursing Center startet an der IMC FH Krems

International Nursing Center startet an der IMC FH Krems

Die IMC Fachhochschule Krems und das Land NÖ starten mit der Ausbildung von Pflegekräften aus Vietnam zur Unterstützung und Entlastung unserer heimischen Kräfte.

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) „Made in Hamburg“

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) „Made in Hamburg“

Das Unternehmen aidhere wurde 2019 gegründet und plant, bis 2025 einer der größten Entwickler und Anbieter digitaler Therapeutika in Europa zu werden. Mehr als 250.000 Patientinnen und Patienten sollen dann von digitalen Gesundheitsanwendungen profitieren.