Aktionsbündnis Patientensicherheit: „Gemeinsam für eine sichere Medikation – transparent, digital, einfach“

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Autor: Redaktion

Bei der zentralen Veranstaltung des Aktionsbündnisses Patientensicherheit e.V. (APS) zum Welttag der Patientensicherheit in Berlin waren sich alle Akteure einig: „Patientensicherheit ist absolut – man kann nicht ein bisschen Patientensicherheit machen“.

Das Medikationsmanagement in Kliniken, aber auch in der ambulanten Versorgung ist ein Hochrisikobereich. Darüber waren sich die Expertinnen und Experten bei der zentralen Veranstaltung zum Welttag der Patientensicherheit einig. Der Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach betonte in seinem Grußwort, dass Patientensicherheit die Voraussetzung für die Resilienz des Gesundheitssystems sei. Eine der Lehren aus der Corona-Pandemie sei, dass diejenigen Gesundheitssysteme im Schutz der Folgen der Pandemie besonders erfolgreich gewesen sind, in denen das Vertrauen der Bevölkerung in das Gesundheitssystem besonders ausgeprägt ist. Patientensicherheit sei darin ein wesentlicher Pfeiler. Diese Erkenntnis müsse man weiter nutzen. Vor allem die Patientensicherheit sei aus seiner Sicht der wichtigste Bestandteil in Sachen sichere Medikation. Er untermauerte dies in Anbetracht von 250.000 Krankenhauseinweisungen pro Jahr, die auf Medikationsfehlern resultieren würden. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit sei wichtig, so der Minister.

Die Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit, Ruth Hecker, wies darauf hin, dass die Aufnahme von Patientensicherheit als zentrales Entscheidungskriterium auf politischer Ebene zur Chefsache erklärt werden müsse und bedankte sich bei Bundesminister Lauterbach für sein nachhaltiges Engagement dafür. Die Lehre aus der Pandemie zeige, dass die Entscheidung, Patientensicherheit auf Leitungsebene in die Planung und Organisation einzubeziehen, mehr Sicherheit im Gesundheitswesen zum Wohle von Patientinnen und Patienten und zum Wohle des medizinischen Personals bedeute. Die Forderung nach einem nationalen Aktionsplan Patientensicherheit wurde vom Publikum nachdrücklich unterstützt. Die Durchführung des Welttags der Patientensicherheit diene vor allem der Sensibilisierung der breiten Öffentlichkeit zum Thema Patientensicherheit und in diesem Jahr speziell zur Medikationssicherheit. Ein weiterer Punkt sei die Förderung der Interaktion zwischen Gesundheitsfachpersonal und Patienten sowie deren Angehörigen zum Thema Medikation.

Die Mitwirkenden an der Podiumsdiskussion kamen aus allen Bereichen des Gesundheitssystems: gematik GmbH (Nationale Agentur für Digitale Medizin), ABDA (Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände), Bundesärztekammer, vfa (Verband Forschender Arzneimittelhersteller), Arzneimittelkommission, die Deutsche Krankenhausgesellschaft, Vertreter der Krankenkassen. Nahezu alle Akteure des Gesundheitssystems waren bei der vom Aktionsbündnis
Patientensicherheit ausgerichteten Veranstaltung vertreten. Das Publikum nahm regen Anteil an den Diskussionsrunden.

Die Podiumsdiskussion drehte sich vor allem um mehr Sicherheit durch digitale Unterstützung. Eine spannende Frage an die Runde war: „Welche Barrieren müssen wir überwinden, damit die Digitalisierung im Medikationsprozess einen großen Schritt machen kann?“

Der Hinweis auf die Verbesserung der Qualität und Sicherheit der Arzneimitteltherapie sowie bei der Erhöhung der Effizienz wurde nachdrücklich betont. Insbesondere die elektronische Patientenakte, der elektronische Medikationsplan oder das digitale Rezept sind aus Sicht der Akteure wichtige digitale Werkzeuge, um die Arzneimitteltherapiesicherheit zu stärken und damit die Zahl der Krankenhauseinweisungen aufgrund von Fehlmedikationen zu reduzieren. Der Abbau von Barrieren bezog sich auf das Medikationsmanagement. Den logistischen Prozess unterstützen könnten Stationsvorräte von Arzneimitteln in Kliniken, die automatisch nachgefüllt werden, Bestellungen an die Krankenhausapotheke, die direkt aus der Verordnung abgewickelt werden können, Robotik-gestützte Systeme, die im Hintergrund nicht nur zu mehr Effizienz führen, sondern aufgrund der individuellen Zusammenstellung und Kontrolle Medikationsfehler minimieren helfen.

Publikum, Referenten und Veranstalter waren sich am Ende des Tages einig, dass nur gemeinsam die Arzneimitteltherapiesicherheit verbessert werden könne. Der selbstverständliche Umgang und Einsatz mit digitalen Elementen im Bereich der Gesundheitsversorgung müsse für mündige, informierte Patientinnen und Patienten und für die Versorgenden hergestellt werden. Damit Patientinnen und Patienten wie auch das Gesundheitspersonal mühelos durch die Gesundheitsversorgungswelt navigieren könnten.

Quelle: Presseinformation Aktionsbündnis Patientensicherheit, www.aps-ev.de