Medizintechnik - kurz und knapp

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Autor: Josef Ruhaltinger

Kurzmeldungen aus dem Bereich der Medizintechnik.

Neuer CT-Scanner emittiert 80 Prozent weniger Strahlung

Philips bringt einen KI-gestützten CT-Scanner auf den Markt, der eine um bis zu 60 Prozent verbesserte Erkennbarkeit von Niedrigkontrastbildern, ein um 85 Prozent verringertes Bildrauschen und eine rund 80 Prozent niedrigere Strahlendosis erzielt. Der CT-3500 zielt auf den Einsatz in der Routineradiologie und auf die Unterstützung hochvolumige Screening-Programme ab. Der Scanner ist mit einem KI-gestützten Workflow-Programm ausgestattet, das jeden Schritt des Scanvorgangs automatisiert. Die Positionierung erfolgt durch eine ebenfalls über künstliche Intelligenz gesteuerte Kamera, um die Patientenausrichtung automatisch zu steuern. Die Genauigkeit der Positionierung soll um 50 Prozent verbessert und die Dauer um bis zu 23 Prozent reduziert werden.

Digitale Hilfe für Diabetiker

Ein Glukosemesssystem macht greifbar, wie digitale Technologie in naher Zukunft Versorgungsnöte lindern und chronisch Kranken helfen kann. Mit dem cobas pulse System des Gesundheits-
Konzerns Roche können in den Kliniken Diabetes-Daten am Patientenbett erhoben, automatisch verarbeitet und formatgerecht dokumentiert werden. Mit dem Teststreifendesign ermöglicht es zertifizierte Messergebnisse auf Laborniveau und minimiert die Wiederholung von Messungen. Mit einem eigenen App-Ökosystem, das von Roche vorausgewählte Apps von Drittanbietern enthält, können Kliniken das System erweitern und an die lokalen Anforderungen anpassen. Dazu zählen Apps, die Behandler- und Pflegeteams bei der klinischen Entscheidungsfindung, der Kommunikation, der Dokumentation, bei Offline-Tests, digitalen Biomarkern, Vitalparametern, der Datenerfassung und vielem mehr unterstützen. Darüber hinaus lässt sich das cobas pulse System nahtlos in die bestehende IT-Infrastruktur integrieren.

Hygieneroboter putzen in St. Veit/Glan

Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan setzt in der neuen Intensivstation und im OP-Zentrum selbsttätige Hygiene-Roboter ein. Die Maschine desinfiziert durch die UV-C-Strahlung ihre Umgebung in kurzer Zeit. Der Roboter kann von seiner Dockingstation aus vollautomatisch auf zuvor definierte und programmierte Bereiche – OP-Säle, Intensiv- oder Stationsräumlichkeiten – zufahren. Menschenkraft ist nur beim Aufhalten der Türen erforderlich. Im Raum angekommen führt er selbstständig die Desinfektion durch. Zehn bis zwölf Minuten dauert diese Maßnahme, währenddessen sich aus Sicherheitsgründen niemand im Raum aufhalten darf. Klinische Studien haben gezeigt, dass eine UV-C-
Desinfektion mit dem Desinfektionsroboter pathogene Keime – sprich Mikroorganismen mit krankmachenden Eigenschaften – um mehr als 96 % deaktiviert. Zudem wird die Zahl der in der Luft befindlichen Mi­kroorganismen ebenso deutlich reduziert. Es handelt sich um ein validiertes, dokumentiertes Verfahren.

Spracherkennung kann ChatGPT

Die Microsoft-Tochter Nuance Communications stellte im Frühsommer mit DAX Express –Dragon Ambient eXperience – die Weiterentwicklung eines Sprachsteuerungstools vor, das den Dokumentationsaufwand für Ärztinnen und Ärzte sowie für Pflegende stark reduzieren soll. Bei DAX Express kann die Spracherkennung mit der aktuellen Version von Chat GPT-4 kombiniert werden. Mit DAX üben Ärzte normale Konversation mit Patienten, während die Software das Gespräch am Point-of-Care sicher aufzeichnet. Explizite Sprachbefehle entfallen. Das Programm wandelt die ausgewählten Gespräche in präzise klinische Notizen um, die auf jedes Fachgebiet zugeschnitten sind und den Dokumentationsstandards entsprechen. Dabei durchlaufen die Notizen einen kurzen Qualitätsprüfungsprozess, bevor sie dem Arzt zur Unterschrift übermittelt werden. Die KI von DAX lernt im Laufe der Zeit die Muster jedes Nutzers.

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