Wertschätzung für Hausärztinnen und Hausärzte ist gut – konkrete Taten wären besser

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Autor: Scho

„Wieder einmal bestätigt sich, wie zufrieden die Bevölkerung in diesem Land mit ihren Hausärztinnen und Hausärzten ist“, kommentiert Edgar Wutscher, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer und Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte, eine aktuelle Umfrage der Österreichischen Gesundheitskasse unter 1000 Österreicherinnen und Österreichern. Rund 94 Prozent der Befragten, die aktuell eine Hausärztin bzw. einen Hausarzt haben, sind mit der Versorgung zufrieden, für den Großteil sind sie die erste Ansprechstelle bei gesundheitlichen Problemen. „Es ist schön, dass der riesige Einsatz und die Kompetenz der Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner gewürdigt werden“, sagt Wutscher: „Und selbstverständlich sollten Ärztinnen und Ärzte, die genau das in den langen Jahren ihres Studiums erlernt haben, erste Anlaufstelle für Fragen zur Gesundheit sein – alles andere würde ja gar keinen Sinn ergeben.“

Konkrete Verbesserungen fehlen

Eines irritiert Wutscher aber: „ÖGK-Obmann Andreas Huss spricht in diesem Zusammenhang von einem ‚Bündel an kurz- und langfristigen Maßnahmen‘ zur Stärkung der Allgemeinmedizin, an dem laufend gearbeitet werde. Davon merken wir aber nichts“, sagt Wutscher. „Natürlich ist diese verdiente Wertschätzung der Bevölkerung erfreulich, aber die Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner brauchen von ihrer Kasse auch konkrete Verbesserungen.“ Dass die ÖGK versuche, sich im Rahmen von Schwerpunktwochen Input von den Hausärztinnen und Hausärzten zu holen, sei gut, aber es liege schon genug Input von Seiten der Ärztekammer auf dem Tisch: „Diese Punkte sollten einmal abgearbeitet werden“, sagt Wutscher: „Ich stehe auch gerne für ein Auffrischungsgespräch zu unseren Themen zur Verfügung.“ Denn Verbesserungsbedarf gebe es genug: Sei es in Bezug auf den einheitlichen Leistungskatalog, den Abbau von Bürokratie, verbesserte Möglichkeiten für Gesprächsmedizin oder die Wertschätzung für Wahlärztinnen und Wahlärzte: „Das sind nur einige Themen, bei denen dringender Handlungsbedarf der Kasse gegeben ist – denn schließlich sollen die Menschen in diesem Land auch in Zukunft so zufrieden mit dem Versorgungsangebot ihrer Ärztinnen und Ärzte sein“, sagt Wutscher abschließend.

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