Den Tod studieren: Spezialausbildung Palliative Care in der Pädiatrie

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Autor: Scho

Die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit lebenslimitierenden oder lebensbedrohlichen Erkrankungen verlangt viel Fingerspitzengefühl und eine Top-Ausbildung. Ziel ist es, alle Mitarbeiterinnen in der intra- und extramuralen Versorgung so gut wie möglich auf den Umgang mit jungen Patientinnen und deren schweres Schicksal vorzubereiten. Mit der Etablierung des Interdisziplinären Universitätslehrgangs „Palliative Care in der Pädiatrie“ gibt es in Österreich einen echten Gamechanger.

Bislang wurden 387 Absolventinnen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol zertifiziert. Heuer kamen 25 weitere dazu. Dazu Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, die bei der feierlichen Verleihung der Diplome, die Festrede hielt: „Der Tod von Kindern und Jugendlichen ist in unserer Gesellschaft noch immer ein großes Tabuthema. Eltern, die mit einer schweren Erkrankung ihres Kindes konfrontiert sind, durchleben Angst, Wut, Verzweiflung, Trauer und Hoffnung. Nicht nur die Pflege an sich ist ein Punkt, sondern auch der tiefe Einschnitt ins eigene Leben, Geschwisterkinder die zu kurz kommen, Paar-Beziehungen, die einer solchen Anstrengung kaum gewachsen sind. Manchmal muss ein Elternteil sogar seine Arbeit aufgeben, um die Pflege eines Kindes zu übernehmen. Hinzu kommen Umbauten in Haus oder Wohnung, um den veränderten Bedürfnissen gerecht zu werden. Umso wichtiger ist es, allen Betroffenen eine Betreuung und Versorgung auf höchstem Niveau zukommen zu lassen. Ich begrüße es, dass immer mehr Institutionen die Wichtigkeit und den Wert einer multiprofessionellen Ausbildung schätzen und ihren Mitarbeiterinnen den Universitätslehrgang finanzieren.“

„Nie wieder gesund“

Die interdisziplinäre Ausbildung Palliative Care in der Pädiatrie richtet sich vor allem an den gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege, Ärztinnen der Pädiatrie und Allgemeinmedizin, Absolventinnen eines Lehrgangs für Palliativmedizin oder Palliativpflege, Mitarbeitende in Hospiz- und Palliativeinrichtungen sowie Therapeutinnen diverser Disziplinen und Seelsorgerinnen. „Wir ermöglichen den TeilnehmerInnen des Lehrgangs ein Klima der Offenheit und des Vertrauens. Neben den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen müssen sie vor allem verstehen, was es für ein Kind oder einen Jugendlichen bedeutet, nie wieder gesund zu werden“, so das Lehrgangsleitungsteam Pädiatrie Dr. Sabine Fiala-Preinsperger, Prim. Univ. Doz. Dr. Erwin Hauser, Renate Hlauschek, MMSc und Helga Schiffer.

In sechs Ausbildungsblöcken während zwei Semestern werden alle relevanten Themen medizinischer, pflegerischer, psychosozialer und spiritueller Natur bearbeitet und in Gruppenprozessen reflektiert. Außerdem gilt der Lehrgang als Teil des Universitätslehrgangs für Palliative Care an der Paracelsus Medizinischen Universität Salzburg (Abschlussmöglichkeit Master). Gemeinsam mit der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, St. Virgil Salzburg und dem Dachverband Hospiz Österreich wird die Ausbildung im Online- sowie Präsenzunterricht durchgeführt. Das Landesklinikum Baden-Mödling, das österreichweit die allerersten Palliativbetten für Kinder etablierte, ist ebenfalls Partner des Lehrgangs.

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