Eiweißmolekül als Marker für Herzerkrankungen gefunden

Lesedauer beträgt 2 Minuten
Autor: Scho

Eine Tiroler Studie, für die 440 Personen über einen Zeitraum von vier Jahren untersucht worden sind, hat das Eiweißmolekül „P-Selektin“ als Biomarker für Herz- und Gefäßerkrankungen identifiziert. Das Paper, das zuletzt im „Journal of Clinical Medicine“ publiziert wurde, benennt vor allem den Zusammenhang von Gefäßverkalkungen und der Konzentration von „P-Selektin“ im Blut als relevant für eine möglichst präzise Prognose, sagte Studienleiter Peter Marschang im APA-Gespräch.

Die Zunahme von Gefäßverkalkungen sei jedenfalls „parallel zum Anstieg der Konzentration von P-Selectin im Blut verlaufen“, erklärte Marschang, der mittlerweile als Primar der Abteilung Innere Medizin am Krankenhaus Bozen fungiert, die wesentliche Erkenntnis der Studie, die von einem Forscherteam der Medizinischen Innsbruck durchgeführt wurde. Untersucht wurden die Patienten dafür fünf Mal: „Einmal beim Einschluss in die Studie und vier weitere Male im Laufe der vier Jahre.“

Man arbeitete für die Untersuchung der Hals- und Beinschlagadern mit einer innovativen Ultraschallmethode: „Das ist eine dreidimensionale Methode, mit der die Ablagerungen, die sogenannten Plaques, genau vermessen wurden.“ Die Untersuchung der Konzentration des P-Selektin-Gehalts im Blut sei hingegen relativ einfach durchzuführen gewesen: „Das ist ein simpler Labortest“.

„Einen wichtigen Biomarker entdeckt“

Genau deshalb sei es aber wichtig, den P-Selektin-Gehalt regelmäßig und routinemäßig bei Untersuchungen zu bestimmen, erklärte der Wissenschafter, der zuvor jahrelang an der Medizinischen Universität Innsbruck tätig war. „Diese Tests lassen sich auch in Praxen oder außerhalb der großen medizinischen Zentren durchführen“, strich der Primar heraus. „Wir gehen jedenfalls davon aus, dass wir damit einen wichtigen Biomarker entdeckt haben.“

Nun gelte es, die Erkenntnisse der Studie in weiteren nationalen und internationalen Zentren und entsprechenden Studien dort zu bestätigen. „Ich bin aber überzeugt, dass das, was wir in Innsbruck erkannt haben auch für Wien oder anderswo gilt und nichts mit lokalen Gegebenheiten zu tun hat“, konstatierte Marschang. Auch die aktuelle Studie sei verlängert worden: „Wir werden uns dafür die Patienten fünf und zehn Jahre nach Studieneintritt noch einmal ansehen“.

Dass eine möglichst gute Vorhersage von Herz- und Gefäßerkrankungen relevant ist, zeigen Statistiken. Durch Gefäßverkalkungen verursachte Herz- und Gefäßerkrankungen wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle stehen weltweit an erster Stelle bei den Todesursachen. In Österreich sterben daran jährlich rund 32.000 Personen.

(APA/red.)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Nichtinvasive Hirnstimulation zeigt Effekt auf motorische Störungen nach Schlaganfall

Nichtinvasive Hirnstimulation zeigt Effekt auf motorische Störungen nach Schlaganfall

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des MPI CBS, der Universitätsmedizin Halle und der Charité-Universitätsmedizin Berlin haben nun herausgefunden, dass eine Stimulation des Gehirns mit Gleichstrom deutliche Effekte auf beeinträchtigte Bewegungen hat.