Forschende: Fettstoff-Hersteller hält Muskeln jung und gesund

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Autor: Scho

Die Aktivitäten des Enzyms Pcyt2, das Fettstoffe für die Hüllen von Muskelzellen herstellt, sind bei Menschen und Mäusen unabdingbar für deren Gesundheit und bremsen Alterungsprozesse in den Muskeln, berichteten Wiener Forschende. Schwindet die Muskelmasse im fortgeschrittenen Alter, könnte man Pcyt2 eventuell therapeutisch reaktivieren, erklärten sie im Fachjournal „Nature Metabolism“. Damit würde man Muskelabbau aufhalten und die Gefahr für Gebrechlichkeit verringern.

„Wir fanden heraus, dass die Mengen und Aktivitäten von Pcyt2 in Muskeln von alternden Menschen und Mäusen deutlich abfielen“, so die Forscher um Domagoj Cikes vom Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in der Fachpublikation. An der Studie war auch der Österreicher Josef Penninger beteiligt, der das Life Sciences Institute (LSI) der University of British Columbia in Vancouver (Kanada) leitet. „Es ist möglich, dass diese Reduktion eine Konsequenz einer Stoffwechsel-Umschaltung in gealterten Muskeln ist, die stattdessen mehr Triglyceride und Cholesterin herstellen“, meinten die Forscher.

„Verzögerung des Muskelwachstums“

Das Abfallen der Pcty2-Aktivitäten hat zur Folge, dass die Hüllen (Membrane) der Muskelzellen eine veränderte Struktur aufweisen und „erheblich weniger stabil“ sind, erklärten sie in einer Aussendung des IMBA. In Experimenten mit Mäusen zeigten sich „markante und schwerwiegende Verzögerung des Muskelwachstums“, wenn Pcty2 fehlte: „Solch rapider Verfall gleicht beschleunigtem Altern.“

Als die Forscher gezielt aktives Pcty2 zuführten, schwand die Muskelschwäche in den Versuchstieren wieder. „Dies verbesserte auch die Muskelstärke in alten Mäusen“, berichteten die Wissenschafter. Man könne nun „neue therapeutische Pfade erkunden, um die Muskelgesundheit bei seltenen Erkrankungen und dem Altern zu verbessern“, meinte Penninger.

Zur Fachpublikation geht es hier.

(APA/red.)

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