Grundwehrdiener sollen sich ab nun für Stammzellenspende registrieren

Lesedauer beträgt 3 Minuten
Autor: Scho

Grundwehrdiener sollen sich künftig als Stammzellenspender registrieren. Damit soll der Kreis der dringend benötigten potenziellen Stammzellenspender erweitert werden. Nach der bereits bisher üblichen freiwilligen Blutspende werden die Rekruten ab sofort auch gebeten, sich mittels Wangenabstrich ins Stammzellenregister eintragen zu lassen, wie Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) und das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) am Montag bei einer Pressekonferenz ankündigten.

Pro Tag erkranken laut dem Rotem Kreuz drei Menschen in Österreich an Blutkrebs. Eine Stammzellspende ist oft die einzige Überlebensmöglichkeit. Einen passenden Spender zu finden, ist aber schwierig, die Wahrscheinlichkeit liegt bei eins zu einer halben Million. Daher ist es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen für eine Spende registrieren lassen. Besonders junge Menschen werden als potenzielle Stammzellenspender dringend gesucht, weil die Teilungsratze der Blutzellen im Knochenmark im Alter abnimmt.

Daher komme des Bundesheer ins Spiel, wo regelmäßig eine große Anzahl junger Menschen angesprochen werden könne, sagte Verteidigungsministerin Tanner. „Soldaten können Leben retten und das nicht nur im Einsatz“, so Tanner und verwies auch auf die bereits bisher übliche Blutspende.

Kleiner Aufwand, große Wirkung

Jede Registrierung als mögliche Stammzellenspender sei wichtig, weil sie erhöhe die Heilungschancen für Patienten mit bösartigen Bluterkrankungen wie Leukämie, erklärte Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer. „Der Aufwand für die Registrierung ist klein, aber kann lebensrettend sein.“ 90 Prozent der Patientinnen und Patienten finden einen Spender bzw. eine Spenderin. Die Suche dauert im Durchschnitt 24 Tage. Die Kosten für die Typisierung der per Wangenabstrich entnommenen Proben übernimmt der Lions Club International.

Wie lebensrettend eine Stammzellenspende sein kann, demonstrierte der vierjährige Michael aus Bruck an der Leitha bei der Pressekonferenz. Bei dem kleinen Bub war im Alter von sechs Monaten Leukämie diagnostiziert worden. Nach mehreren Chemotherapien, stellte sich heraus, dass eine Stammzellenspende nötig ist, um eine Rückfall zu vermeiden. Dank der Spende eines 19-jährigen Deutschen ist der „Alptraum“ der Familie überstanden, der Vierjährige lebt heute ohne Spätfolgen wie meisten Gleichaltrigen, wie Vater Stefan erzählte.

Weltweit sind derzeit rund 30 Millionen Personen als mögliche Stammzellenspender registriert. In Österreich sind aktuell 118.658 im nationalen Register eingetragen. Registrieren können sich gesunde Personen zwischen 18 und 35 Jahren. Die Spende ist bis zum 55. Lebensjahr möglich. Nur jeder zehnte Registrierte wird als potenzieller Spender kontaktiert. Zu einer tatsächlichen Spende kommt es nur bei einem Prozent nach einem neuerlichen Gewebeabgleich. Die Stammzellen können in den meisten Fällen aus dem Blut der Spender gewonnen werden, nur in jedem zehnten Fall ist eine Knochenmarkspende nötig.

Zur Spendeplattform des Roten Kreuzes geht es hier.

(APA/red.)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Nahostkonflikt birgt Potenzial für globale Medikamentenengpässe

Nahostkonflikt birgt Potenzial für globale Medikamentenengpässe

Über 60 Wirkstoffe werden in Israel hergestellt, zwei sogar ausschließlich. Israel hat einen relevanten Anteil an der Versorgung des österreichischen Arzneimittelmarktes.

Wien will bis 2030 mehr als 16.000 Fachkräfte ausbilden
Pflege

Wien will bis 2030 mehr als 16.000 Fachkräfte ausbilden

Mehr als 12 Mio. Euro fließen hier etwa heuer in ein entsprechendes Programm. Rund 1.700 Plätze werden damit finanziert. Zielgruppe sind unter anderem Menschen, die sich beruflich verändern wollen oder die auf Arbeitssuche sind.