Internetbasierte Therapien bei psychischen Leiden haben Grenzen

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Autor: Scho

Internet-Programme und Smartphone-Apps können bei psychischen Leiden eine Therapie bei einer Fachperson nicht ersetzen. Zu diesem Schluss kommen Forschende der Universität Zürich (UZH). Wegen Depressionen und Angststörungen suchen immer mehr Menschen Hilfe, schrieb die UZH am Dienstag in einer Mitteilung. Für Betroffene gebe es allerdings längere Wartezeiten.

Vor diesem Hintergrund versprächen Online-Therapien eine kostengünstige Alternative, so die Hochschule. Statt zum Spezialisten zu gehen, erlerne man von der digitalen Hilfe verhaltenstherapeutische Maßnahmen und behandle sich selbst.
Forschende des Psychologischen Instituts der Universität beurteilen dieses niederschwellige Angebot allerdings als nicht unproblematisch. „Wir wissen zurzeit noch viel zu wenig über die Wirksamkeit internetbasierter Therapien“, ließ sich Birgit Watzke, Professorin für klinische Psychologie und Psychotherapieforschung an der Universität Zürich, in der Aussendung zitieren.

Problem Selbsteinteilung

Watzke gehört zu den Autorinnen einer Studie, die kürzlich im Fachblatt „Jama Psychiatry“ erschien und die Probleme internetbasierter Therapien aufzeigt. Darin verglichen die Forschenden 109 klinische Studien mit insgesamt über 18.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, wovon 57 Studien traditionelle Psychotherapien und 48 internetbasierte Therapien betrafen.

Erstautorin Mariia Merzhvynska untersuchte den Schweregrad der Depressionen der Betroffenen. Sie fand dabei heraus, dass bei internetbasierten Therapien die Patientinnen und Patienten im Schnitt weniger stark belastet sind. Insofern sei ein Vergleich schwierig.

Problematisch ist laut den Forschenden auch, dass sich die Teilnehmenden in vielen internetbasierten Studien aufgrund einer Selbstdiagnose selbst einteilen konnten. Dies öffne Manipulationen Tür und Tor. Zudem könnten Depressionen zusammen mit anderen Problematiken wie Persönlichkeitsstörungen oder psychotischen Störungen auftreten. Eine genaue Diagnose sei wichtig, damit Betroffene nicht ineffektive Therapien verschrieben bekämen.

(APA/sda/red.)

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