Krankenpflegeverband kritisiert Lockerung der Covid-Maßnahmen als "gefährlich"

Lesedauer beträgt 1 Minuten
Autor: Scho

In einer schriftlichen Stellungnahme bezeichnet es der ÖGKVals „erfreulich, wenn Maßnahmen momentan ausgesetzt werden und Menschen sich aufgrund der abflachenden Covid-19-Pandemie an weniger Regeln halten müssen.“ Allerdings vermisse man im ÖGKV die entsprechenden Vorbereitungen auf diese weitreichenden Schritte. Niemand habe die Expertise der Pflegepersonen eingeholt. „Sie sind es aber, die den Großteil der Arbeitslast im Gesundheitssystem stemmen und weiterhin stemmen werden. Die professionelle Pflege arbeitet seit Beginn der Pandemie in allen Settings am Anschlag. Bevor jetzt eine neue Belastungswelle auf sie zukommt, hätten Maßnahmen zur Bewältigung dieser getroffen werden müssen“, sagt ÖGKV Präsidentin Mag. Elisabeth Potzmann.

Der Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegeverband erhält eigenen Angaben zufolge täglich Nachrichten über den exorbitanten Pflegepersonalmangel. Die KollegInnen, welche noch im Gesundheitssystem verblieben sind, müssten die Ausfälle und Abgänge kompensieren. Dies müsse ein Ende haben.

Die anhaltenden Forderungen nach Boni von verschiedenen Berufsgruppen im Gesundheitssystem sieht Präsidentin Mag. Potzmann kritisch: „Wir brauchen nachhaltige Lösungen, die das System langfristig sanieren und die Rahmenbedingungen verbessern. Jetzt Boni auszuschütten ist eine Investition an der falschen Stelle. Das ist, als ob man versucht einen Schädelbasisbruch mit einem Pflaster zu behandeln.“ Der Mangel an Pflegepersonal habe bereits vor Corona bestanden und habe sich nun nochmals verschlechtert.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Vorarlberg hat erheblichen zusätzlichen Ärztebedarf

Vorarlberg hat erheblichen zusätzlichen Ärztebedarf

Laut einer Bedarfsstudie braucht Vorarlberg bis 2031 um 135 Ärzte mehr als jetzt. Die Gründe sind die immer älter werdende Bevölkerung, Pensionierungen sowie die Steigende Zahl an Medizinern, die Teilzeit tätig sind.

Quarantäne-Aus: Spitalsärztinnen und Spitalsärzte fordern jetzt klare Regeln

Quarantäne-Aus: Spitalsärztinnen und Spitalsärzte fordern jetzt klare Regeln

Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sollten zukünftig über Krankenstand und Bewegungseinschränkungen entscheiden.

Wolbachia-Bakterien erfolgreich im Kampf gegen Dengue-Fieber
Infizierte Fliegen

Wolbachia-Bakterien erfolgreich im Kampf gegen Dengue-Fieber

Seit der Einführung von Wolbachia ist die Häufigkeit von Dengue-Erkrankungen im Testgebiet auf 84 Fälle pro 100.000 Einwohnern gesunken. Zuvor lag sie bei 913 Fällen pro 100.000 Einwohner und Jahr gelegen.