Krieg in der Ukraine: Ärztinnen und Ärzte helfen

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Autor: Scho

„Mich haben die Hilferufe meiner Studienkollegen aus der Ukraine erreicht“, erzählt die Ärztin Alla Kraus, selbst gebürtige Ukrainerin. Geld sei vorhanden, aber es fehle an Material und man könne in der Ukraine auch nichts mehr kaufen. „Nach einer schlaflosen Nacht habe ich einfach alle Institutionen die mir eingefallen sind, angeschrieben, so auch unsere Kirche hier im Uniklinikum Salzburg.“ Über die Seelsorge entstand der Kontakt zu der ukrainischen Kirche in Salzburg, denn die medizinischen Hilfsgüter müssen ja auch dorthin transportiert werden, wo man sie benötigt.

„Auch Spenden können über ihr Konto mit dem Verwendungszweck ‚Medizin und Schutz‘ eingezahlt werden. Der Betrag wird von uns dann eins zu eins dafür verwendet, Medikamente, Verbandszeug und weitere wichtige Medizinprodukte hier in Österreich zu kaufen und dann in die Ukraine zu transportieren“, erzählt die Ärztin weiter.

Parallel dazu erreichte auch die beiden Kardiologen Michael Lichtenauer und Lukas Motloch ein Hilferuf aus der Ukraine. „Kollegen von uns, die wir eigentlich von wissenschaftlichen Kongressen kennen baten uns um Hilfe. Auch hier werden Medizinprodukte dringend benötigt.“ Konkret handelt es sich um Krankenhäuser in der Stadt Saporischschja, die traurige Berühmtheit durch den Angriff auf das Atomkraftwerk erlangte. „Die ersten Tage war die Versorgungslage noch gut, aber Mitte letzter Woche erreichte mich der Hilferuf, dass die Vorräte an Medikamenten und medizinischen Produkten nur noch wenige Tage halten“, so Michael Lichtenauer. Gemeinsam mit seinem Kollegen Lukas Motloch wollte er helfen.

Fassungslosigkeit

„Ich habe mich daher umgehört und habe Alla Kraus gefunden, die in der benachbarten Stadt Dnipro studiert hat. Sie war ja schon sehr aktiv in der Hilfsaktion der Pfarre St. Markus und wir haben überlegt wie wir weitere Hilfsgüter, insbesondere Medikamente und medizinisches Verbrauchsmaterial in die Region bringen können. Alleine durch die Anfrage bei einigen Kolleginnen und Kollegen unserer Abteilung kamen innerhalb von drei Tagen über 3000 Euro zusammen. Es haben mittlerweile schon zwei Transporte mit medizinischen Hilfsgütern Salzburg mit dem Ziel der Krankenhäuser in Saporischschja und Dnipro verlassen, ein weiterer ist für diese Woche geplant.“

Bei aller Hilfsbereitschaft, ist es auch Fassungslosigkeit, die die freiwilligen Helfer antreibt: „Wir finden es unvorstellbar, dass sich unsere Kollegen aus der Ukraine, mit denen man noch vor kurzem gemeinsam wissenschaftliche Kongresse besucht oder studiert hat, jetzt mitten in einem Kriegsgebiet befinden. Zum gravierenden Mangel an Medikamenten kommt aktuell noch die Versorgung von vielen Verwundeten hinzu, sowie auch die tägliche Gefahr durch Beschuss und mögliche Angriffe auf Einrichtungen der Gesundheitsversorgung“, so die drei ärztlichen Helfer für die Ukraine abschließend.

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