Mehr Platz für SchlaganfallpatientInnen

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Autor: Scho

Der KAGes-Vorstand lud zum Spatenstich für den Ausbau der Stroke Unit. In diesem speziellen Bereich der Univ.-Klinik für Neurologie in Graz werden primär PatientInnen nach einem Schlaganfall versorgt. Das Bauprojekt umfasst einen Zubau sowie die Adaptierung bestehender Bereiche, soll 2024 abgeschlossen sein und hat einen Kostenumfang von ca. neun Mio. Euro. Symbolisch für den Baustart nahmen KAGes-Finanzvorstand Dipl.-KHBW Ernst Fartek, Landesrätin Dr.in Juliane Bogner-Strauß, Klinikvorstand Univ.-Prof. Dr. Reinhold Schmidt, Pflegeleitung Esther Trampusch, BSc und das Direktorium des Uniklinikum Graz die Schaufeln in die Hände.

Das Projekt umfasst einen zweigeschoßigen Zubau an der Nordseite des denkmalgeschützten Gebäudes sowie die Adaptierung bestehender Bereiche im ersten Obergeschoß der Klinik. Ab 2024 werden damit knapp 1.300 Quadratmeter an zusätzlicher Fläche zur Verfügung stehen und die Bettenanzahl von derzeit sechs auf zwölf erweitert. Sieben Betten befinden sich im neuen Bereich, die anderen fünf weiterhin im Altbau. Alle Räume sind hochmodern und funktional gestaltet und liegen nach wie vor in unmittelbarer Nähe zur Intensivstation. Man setzt auf kurze Wege und schafft mithilfe von viel Tageslicht, entsprechenden Oberflächen und hochwertiger Beleuchtung ein helles, freundliches und angenehmes Raumgefühl. Alle Trennwände sind mit großzügigen Sichtfenstern ausgestattet und große Schiebetüren ermöglichen im Bedarfsfall ausreichend Platz für die Versorgung der PatientInnen. Mit dem Neubau werden zudem weitere Liegeplätze für Infusionstherapie-PatientInnen sowie ausreichend Flächen für Ergo- und Logotherapieeinheiten, Büro- und Lagerräume geschaffen.

Im Außenbereich wird den Charakteristika des Jugendstilgebäudes Rechnung getragen, indem der Zubau niedriger gehalten ist. Die Gebäudeecken werden bewusst freigespielt, um das verzierte Gesims sowie die bestehenden Stuckverzierungen zu erhalten. Die Erweiterung der Stroke Unit am Uniklinikum Graz macht sie zur größten derartigen Einrichtung im Land.

25.000 Fälle pro Jahr in Österreich

Der umfangreiche Ausbau der Stroke Unit ist, wie LRin Dr.in Juliane Bogner-Strauß betonte, hinsichtlich des Versorgungsauftrages, den es zu erfüllen gilt, ein Gebot der Stunde. „Gemeinsam mit den ExpertInnen der KAGes und der Univ.-Klinik für Neurologie wurde die aktuelle Versorgungssituation mit Stroke-Unit-Betten in der Steiermark analysiert. Das Ergebnis zeigte ganz klar, dass ein Ausbau der Kapazitäten unumgänglich ist. Ich bin daher sehr froh und äußerst dankbar, dass dieser Bau realisiert werden kann. Denn leider ist niemand davor gefeit, einen Schlaganfall zu erleiden und daher einmal selbst in einer solchen Station behandelt werden zu müssen.“

Die von Klinikvorstand Univ.-Prof. Dr. Reinhold Schmidt genannten PatientInnenzahlen unterstreichen die Ausführungen der Landesrätin: In Österreich sind pro Jahr ca. 25.000 Menschen betroffen, d. h. ca. alle 20 Minuten erleidet jemand hierzulande einen Schlaganfall. Rund 3.500 Personen sind in der Steiermark jährlich betroffen, etwa 1.000 davon werden an der Neurologie des Uniklinikum Graz versorgt.

„Dabei können Schlaganfälle auch bei jüngeren Menschen auftreten. Rund zwei Prozent der männlichen und ein Prozent der weiblichen Österreicher*innen zwischen 45 und 54 Jahren sind betroffen“, nennt Schmidt Zahlen und verweist darauf, dass die Einrichtung der Schlaganfallüberwachungseinheiten, also der Stroke Units, eine der effektivsten Maßnahmen war, um die Mortalitätsrate nach Schlaganfällen zu senken. Oder anders ausgedrückt: Heute überleben doppelt so viele Menschen einen Schlaganfall als noch vor 30 Jahren. Der Erfolg der Stroke Units basiert auf dem speziell trainierten, interdisziplinären Team und der konsequenten Überwachung der neurologischen und der Vitalfunktionen (siehe Infokasten).

„Mit dem heutigen Spatenstich geben wir also nicht nur symbolisch grünes Licht für den Baustart hier am Uniklinikum, sondern stellen damit die Weichen für die Erweiterung der neurologischen Versorgung in der Steiermark bis 2030“, erklärt KAGes-Finanzvorstand Dipl.-KHBW Ernst Fartek. Die Kosten für das vorliegende Bauvorhaben bezifferte er mit rund 8,9 Mio. Euro, wobei es ihm auch ein Anliegen war, auf den Nachhaltigkeits- und Ökologiefokus hinzuweisen, der bei der Realisierung des Baus eine große Rolle spielte. Durch die entsprechende Planung, bei den Ausschreibungen sowie in der Ausführungsphase konnte nach den Kriterien der Österreichischen Gesellschaft für nachhaltige Immobilienwirtschaft der Zertifizierungsgrad „Gold“ erreicht werden. Das bedeutet u. a., dass klimafreundliche Baustoffe verwendet und ein vorgegebener Kriterienkatalog für Nachhaltigkeit berücksichtigt wurden.

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