Eine neue Hüfte und am selben Tag wieder zu Hause: Im Wiener Herz- Jesu Krankenhaus werden solche Operationen erstmals in Österreich tagesklinisch durchgeführt. Selbst bei modernen minimal- invasiven Eingriffen war bisher ein mehrtägiger Spitalsaufenthalt vorgesehen. Ein Hüftgelenksersatz ist allerdings eine ganz andere Kategorie. Die ersten Patientinnen und Patienten wurden nun bereits tagesklinisch operiert. Das Angebot richtet sich allerdings ausschließlich an sorgfältig ausgewählte Patientinnen und Patienten in gutem Allgemeinzustand ohne schwere Begleiterkrankungen.
„Die tagesklinische Operation erfolgt ausschließlich auf ausdrücklichen Wunsch der Patienten. Dafür braucht es Motivation, eine gute Grundfitness und Unterstützung im häuslichen Umfeld“, so Christoph Böhler, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie sowie Vorstand der 1. Orthopädischen Abteilung.

Nach einer Gelenksoperation ist die Rehabilitation allerdings genauso wichtig wie die Operation selbst. Während die erste Phase der Reha bereits im Krankenhaus beginnt, gibt es für die darauffolgenden Phasen die Möglichkeit, diese ambulant statt stationär durchzuführen. Ein großer Vorteil: Was in der Therapie erarbeitet wird, kann zu Hause sofort umgesetzt werden. Ob Stiegensteigen, Einkaufen oder alltägliche Bewegungsabläufe, neue Bewegungsmuster werden dort geübt, wo sie später tatsächlich gebraucht werden.
Gleichzeitig untersucht ein Forschungsteam, wie sich Infektionen am Implantat früher und sicherer erkennen lassen. Zur besseren Diagnose entwickelt das Team vom Wiener Michael-Ogon-Labor am Orthopädischen Spital Speising Team in Kooperation mit der Wiener BiotechFirma TAmiRNA eine neue Klasse von Biomarkern. „Bestimmte microRNAs in der Gelenksflüssigkeit erkennen Infektionen an Prothesen mit hoher Genauigkeit“, sagt Jochen Hofstätter, Leiter des Labors. Die neue Methode könnte Infektionen künftig klarer erkennbar machen als bisherige Verfahren.
(red.)


