GGZ ist bei Zertifizierungen Vorreiter in Österreich

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Autor: GGZ

Als erste Gesundheitseinrichtung in Österreich erhielt die Memory Klinik der Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz (GGZ) die Zertifizierung für das Betreuungskonzept MAKS.

Die Memory Klinik der GGZ ist Teil der neurologischen Fachabteilung des Hauses und ist auf die Behandlung von an Demenz erkrankten Menschen spezialisiert. Auf der Station werden 22 Patient:innen von einem multiprofessionellen Betreuungsteam behandelt und begleitet. Die Betreuung von an Demenz erkrankten Personen ist oft mit vielen Herausforderungen verbunden. Um auf der Station eine optimale Begleitung der Patient:innen im Alltag umzusetzen, hat sich das Team dazu entschieden, das MAKS-Konzept („Motorisch-Alltagspraktisch-Kognitiv-Sozial“) konkret am Standort umzusetzen.

Prävention.
Hanteltraining im Rahmen des motorischen Moduls.

Strukturen in Modulform

Das MAKS-Konzept ist ein hochwertiges wissenschaftliches Aktivierungsprogramm, das ursprünglich vom deutschen Mediziner und Demenzforscher Elmar Gräßel entwickelt wurde. Ziel ist es, Lebensqualität und Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten.

Um den unterschiedlichen Bedürfnissen bei Demenz gerecht zu werden, bietet das Team der Station wöchentlich MAKS-Gruppen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden an. Allen Gruppen gemein ist der klar strukturierte Ablauf mit immer gleichen Ritualen aber angepassten Themen.

-> Im einführenden sozialen Modul steht die Förderung der sozialen und kommunikativen Ressourcen, Wertschätzung und Stärkung der eigenen Identität im Vordergrund.
-> Im motorischen Modul werden durch Aufwärm- und gezielte therapeutische Übungen mit diversen Handgeräten motorische Fähigkeiten wie Koordination, Kraft und Körperwahrnehmung geschult.
-> Das kognitive Modul beginnt mit feinmotorischen Aufwärmübungen zur Aktivierung der kognitiven Fähigkeiten (Aufmerksamkeit, Gedächtnis, logisches Denken), die für die folgenden vielseitigen kognitiven Übungen benötigt werden.
-> Im alltagspraktischen Modul geht es um Förderung und Erhalt von Aktivitäten des täglichen Lebens wie z.B. Essenszubereitung, handwerkliche und hauswirtschaftliche Tätigkeiten sowie kreatives Arbeiten.

Besonders in der abschließenden Feedback-Runde zeigt sich der Wert dieser Therapie: Die Teilnehmer:innen berühren oft mit unerwartet tiefgründigen Rückmeldungen.

Verstärkte Ausbildung

Für die Umsetzung auf der Memory Klinik wurden die Mitarbeiter:innen der Station umfangreich auf das neue Konzept geschult und der bisherige Ansatz in der Betreuung weiterentwickelt. So finden wöchentlich interdisziplinäre Fallbesprechungen mit Ärzt:innen, Therapeut:innen und Mitarbeiter:innen der Pflege statt. Ein detaillierter, individuell angepasster Therapieplan wird dabei für alle Patient:innen erarbeitet – unter Einbeziehung individueller Gewohnheiten und der Biografie der Person. Die bisherige Resonanz bestätigt den Weg – neben der sehr hohen Lebensqualität für die Patient:innen ist auch das Feedback der Angehörigen ausgesprochen positiv.   

Autorinnen:

Karin Goigner, Ergotherapeutin, und Gabriela Wurzinger, BSc, Physiotherapeutin, sind Mitarbeiterinnen
der Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz.

Hinweis der Redaktion: Dieser Beitrag erscheint in Kooperation mit GGZ (Entgeltliche Einschaltung)

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