Brocks Panorama

Lesedauer beträgt 1 Minuten
Autor: Heinz Brock

International

WHO
Todesfälle an Tuberkulose steigen wieder an

Der Global TB report 2021 der WHO zeigt, dass erstmals seit über einem Jahrzehnt die durch Tuberkulose verursachten Todesfälle weltweit zunehmen. Der Generaldirektor der WHO, Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, sieht durch die alarmierenden Zahlen die jahrelangen Erfolge bei Diagnostik und Therapie dieser Krankheit gefährdet. Infolge der COVID-19-Pandemie sind besonders in den 30 meistbetroffenen Ländern Ressourcen für Behandlung und Prävention von Tb umverteilt worden. Die WHO schätzt, dass derzeit ca. 4,1 Millionen an Tb erkrankte Menschen nicht diagnostiziert wurden und damit auch in keinem Behandlungsschema sind.

Deutschland
Kassen brauchen sieben Milliarden Euro Nachschlag

Die künftige Bundesregierung startet mit einer mindestens sieben Milliarden Euro breiten Finanzierungslücke in den Kassenfinanzen. Auf rund 28 Milliarden Euro beziffert der Schätzerkreis beim Bundesamt für Soziale Sicherheit das Defizit für das Jahr 2022. Für den Gesundheitsfonds rechnen die Experten mit Einnahmen von 256,8 Milliarden Euro. Darin enthalten seien 21,5 Milliarden Zuschuss aus Steuermitteln. Berücksichtigt sind ferner 2,1 Milliarden Euro Zuführung aus der Liquiditätsreserve. Die erwarteten Ausgaben der Kassen sehen die Schätzer bei 284,2 Milliarden Euro. Weitere Einnahmen können die Kassen über die kassenindividuellen Zusatzbeiträge generieren. Hier zieht jedoch die Sozialgarantie der Regierung eine Grenze. Bei den Sozialausgaben sollen insgesamt 40 Prozent vom Brutto nicht überschritten werden. Der AOK-Bundesverband fordert daher zu den bereits zugesagten sieben Milliarden an Steuermitteln weitere sieben Milliarden an Bundeszuschuss.

Schweiz
Pflegepersonal gesucht: Fast 6000 Stellen sind unbesetzt

In keiner Branche gibt es so viele offene Stellen wie im Gesundheitswesen. Neueste Zahlen zeigen: In der Schweiz sind 5761 Jobs in der Pflege unbesetzt. Im selben Zeitraum 2019 waren es noch 4716, Anfang desselben Jahres nur 3626. Wie ernst die Situation ist, verdeutlicht der neueste nationale Versorgungsbericht. In Spitälern, Alters- und Pflegeheimen arbeiten heute 185.600 Personen in Pflegejobs. Doch bereits 2029 braucht es 222.100 Pflegende, um den Bedarf zu decken, fast 40.000 mehr. Und nochmals so viele werden benötigt, um die vorzeitigen Abgänge und Pensionierten zu ersetzen. Die Krux: Zwar bilden die Kantone doppelt so viele Pflegende aus wie noch vor zehn Jahren, doch es sind immer noch viel zu wenige. Das Berner Parlament hat beschlossen, dass Bund und Kantone für die nächsten acht Jahre rund eine Milliarde Franken in die Ausbildung von Pflegepersonal investieren. Eine am 28. November startende Initiative „Für eine starke Pflege“ fordert neben einer Ausbildungsoffensive auch bessere Arbeitsbedingungen, um Berufsausstiege zu verhindern.

Dr. Heinz Brock ist emeritierter Ärztlicher Geschäftsführer des Kepler Universitätsklinikums und Kongresspräsident des
Österreichischen Gesundheits­wirtschaftskongresses ÖGWK.
heinz.brock@weitmoser-kreis.at

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Weiterlesen

Bioresonanz-Messungen: Nutzlos, nicht nachvollziehbar und potenziell betrügerisch

Bioresonanz-Geräte versprechen, Gesundheitsprobleme oder auch Mangelerscheinungen innerhalb von Minuten feststellen zu können, ganz ohne Blutabnahme. Dass das funktionieren kann, ist wissenschaftlich widerlegt. Das Geschäftsmodell dahinter ist fragwürdig, dennoch werden diese Geräte weiterhin eingesetzt.