Gesundheitswirtschaft - kurz und knapp

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Autor: Josef Ruhaltinger

Kurzmeldungen aus der Welt der Gesundheitswirtschaft und des Gesundheitswesens.

Herkunftskennzeichnung in Klinikkantinen ist verpflichtend

Seit 1. September ist in Krankenhäusern, Betriebskantinen und ähnlichen Einrichtungen die Herkunftskennzeichnung von Fleisch, Eiern und Milch verpflichtend. Künftig wird dort die Herkunft am Speiseplan oder gut sichtbar auf einem Plakat bzw. Monitor zu sehen sein. Die Herkunft der betroffenen Lebensmittel muss deutlich lesbar und gut sichtbar sein. Die Kennzeichnung ist tagesaktuell oder prozentuell über das Jahr gerechnet möglich.In den Einrichtungen werden jeden Tag rund 2,2 Millionen Essen konsumiert. Gleichzeitig kommt es zu strengeren Regeln in der gesamten Gastronomie: Wer mit der Herkunft von Produkten wirbt, muss das gegenüber den Lebensmittelbehörden der Länder auch belegen können.

Erste eigene Onkologie-Abteilung des Burgenlands startet im Mai 2024

Im Burgenland soll in der Klinik Oberwart bis Frühjahr 2024 eine eigene Abteilung für Onkologie und Palliativmedizin entstehen. Die Onkologie ist derzeit Teil der Abteilung für Innere Medizin. Nun wird eine Teilung angestrebt. Die neue Abteilung übernimmt das Fach Onkologie, mit einer angeschlossenen Palliativstation. Die Gesundheit Burgenland wird die Errichtung des neuen Faches bei der Landes-Zielsteuerungskommission beantragen. Eine Entscheidung wird bis November erwartet. Parallel dazu bereite man die Ausschreibung des Primariats vor, heißt es in einer Aussendung. Starten soll die neue Abteilung im ersten Halbjahr 2024, mit Beginn des Patientenbetriebs im neuen Spital in Oberwart. Der Neubau des Krankenhauses Oberwart verläuft laut Gesundheit Burgenland nach Plan. Das Gebäude, das offiziell „Klinik Oberwart“ heißt, wird ab Mai schrittweise in Betrieb genommen.

Lebenserwartung in Deutschland sinkt erneut

Berechnungen des deutschen Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung zeigen, dass in Deutschland die Lebenserwartung 2022 im dritten Jahr in Folge gesunken ist. Insgesamt verringerte sie sich seit 2019 um mehr als ein halbes Jahr: Bei Männern fiel sie von 78,7 auf 78,1 Jahre, bei Frauen von 83,5 auf 82,8 Jahre. Allerdings unterscheiden sich die Zahlen laut BiB regional erheblich. Bei Männern lag die Lebenserwartung im Saarland und in Sachsen-Anhalt 2022 um mehr als ein Jahr unter dem Wert von 2019. Bei den Frauen stach ebenfalls Sachsen-Anhalt hervor – dort lag die Lebenserwartung knapp ein Jahr unter den Werten von 2019. Günstiger habe sich die Situation bei den Männern in Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Sachsen entwickelt: Dort lag die Lebenserwartung nur maximal ein halbes Jahr unter dem Wert vor der Pandemie.

Mitarbeiterrekord an Nieder­österreichs Kliniken

In den Spitälern in Niederösterreich waren Mitte September etwa 1.700 Betten aufgrund von Personalmangel frei, hieß es seitens der Landesgesundheitsagentur Niederösterreich (LGA) gegenüber der APA. Dies entspräche drei Prozent der Betten. Im April etwa seien es 3,6 Prozent gewesen. Es gebe sowohl standortspezifische Unterschiede im Personalbedarf als auch Mangelfächer. Aktuell würde Niederösterreich „einen historischen Höchststand bei den ärztlichen und pflegerischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“ verzeichnen, so die LGA. Derzeit arbeiten 24.000 Mitarbeiter für die LGA, davon fast 4.300 Ärztinnen und Ärzte.

Takeda baut in Wien Labor der Zukunft

Das Pharmaunternehmen Takeda errichtet in der Seestadt Aspern ein neues Forschungszentrum. Ab dem Jahr 2026 sollen an dem neuen Standort rund 250 Forscherinnen und Forscher an „neuen Therapien für Krankheiten arbeiten, für die es bisher noch keine oder nur unzureichende Behandlungsmöglichkeiten gab“, hieß es von Takeda. Investiert werden dafür rund 120 Millionen Euro. Takeda Österreich ist mit über 4.500 Mitarbeitern der größte Pharmaarbeitgeber des Landes und der größte nationale Standort im globalen Takeda-Netzwerk. Das biopharmazeutische Unternehmen verfügt über drei Entwicklungs- und Produktionsstandorte in Wien, Linz und Orth an der Donau.

Deutschland: E-Patientenakte kommt 2025

Elektronische Rezepte und digitale Gesundheitsakten sollen auch für deutsche Patienten zum Alltag werden. Darauf zielen Gesetzespläne von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (Bild) ab, die die deutsche Regierung auf den Weg gebracht hat. Bis Anfang 2024 sollen E-Rezepte in allen Praxen zu haben sein. Als Kernprojekt sollen Anfang 2025 E-Patientenakten für alle kommen – es sei denn, ein Patient lehnt das ausdrücklich ab. Zu den Inhalten zählen Röntgenbilder, Arztbriefe, Befunde oder Medikationspläne, aber auch der Impfausweis, der Mutterpass, das Zahnbonusheft oder die Patientenverfügung. Mit im Datenpaket: Die Nutzung kombinierter Gesundheitsdaten für die Forschung soll erleichtert werden.