Spitäler - Ärzte für Runden Tisch und Fokus auf Patientensteuerung

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Autor: Scho

Wegen der Personalengpässe in Spitälern und deren Auswirkungen auf Patientinnen und Patienten hat die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) „umgehend“ einen Runden Tisch mit der Politik gefordert. „Monatelange Wartezeiten auf Operationen, überfüllte Ambulanzen, Spitalspersonal am Limit – die Politik kann und darf all das den Menschen in diesem Land nicht mehr länger zumuten“, sagte ÖÄK-Vizepräsident Harald Mayer. Vorrangig sei der Punkt der Patientensteuerung anzugehen.

„Die völlige Wahlfreiheit der Patienten, welchen Punkt des Gesundheitssystems sie anlaufen, führt dazu, dass die knappen Spitalsressourcen ineffizient eingesetzt, teilweise völlig vergeudet werden“, erläuterte Mayer in einer Aussendung, dass der erste Weg von erkrankten Personen nicht zwingend wie bisher oft in eine Spitalsambulanz führen sollte. Zudem sei es dringend nötig, dass Ärztinnen und Ärzte im Spital weiter von nicht-medizinischen Arbeiten wie Dokumentation und von weiterer Bürokratie entlastet werden.

„Keine neue Herausforderung“

Der Personalmangel, der Ende vergangene Woche medial aus Spitälern in Tirol und der Steiermark berichtete wurde, sei „keine neue Herausforderung“, hatte Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) am Montagvormittag auf APA-Nachfrage bei einer Pressekonferenz zur HPV-Impfung erläutert. „Da reicht nicht eine Wundermaßnahme, die gibt’s nämlich nicht, sondern ein ganzes Bündel. Da sind wir auf allen Ebenen dran und die Gesundheitsreform, die jetzt in Verhandlung ist aktuellerweise im Zuge des Finanzausgleichs, ist ebenfalls ein Baustein dazu“, versicherte Rauch.

Auf weitere Nachfrage äußerte sich der Gesundheitsminister auch zu den Querelen in der Wiener Ärztekammer zwischen den verschiedenen Fraktionen, wo es bei einer Sitzung zu Handgreiflichkeiten gekommen sein soll. „Es ist nie gut, wenn gestritten wird und es ist schon gar nicht gut, wenn handgreiflich gestritten wird“, sagte er. Es sei Sache der Ärztekammer selbst, die Streitigkeiten beizulegen. „Das schadet im übrigen auch, würde ich taxieren, dem Berufsstand“, meinte Rauch. Die Interessensvertretung sollte sich schon überlegen, was für ein Bild sie nach außen abgebe.

(APA/red.)

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