Vorarlberg: Landeskrankenhäuser zertifiziert familienfreundlich

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Autor: Scho

„Zufriedene, motivierte und qualifizierte MitarbeiterInnen gewinnt und hält man mit familienfreundlichen Maßnahmen“, sind sich Dr. Gerald Fleisch und Prim. Dr. Peter Fraunberger, Geschäftsführer der KHBG, bewusst. Gemeinsam mit den Mitarbeitenden, den Krankenhausleitungen und den Betriebsräten freuen sie sich darüber, dass die Auszeichnung „familienfreundlicher Betrieb“ für alle fünf Landeskrankenhäuser zum wiederholten Mal verlängert werden konnte.

„Als größter Arbeitgeber im Land mit insgesamt 5.140 MitarbeiterInnen tragen wir hier eine besondere Verantwortung und setzten mit familienfreundlichen und flexiblen Arbeitsbedingungen ein wichtiges Signal“, so Direktor Dr. Fleisch. „Unsere MitarbeiterInnen arbeiten jenseits von gewohnten Regelarbeitszeiten. Wir müssen einen 24-Stunden-Betrieb aufrechterhalten, was besonders große Ansprüche an unsere Belegschaft und die Personalführung stellt. Umfassende Kinderbetreuungsangebote, individuelle Arbeitszeitmodelle und flexible Karenzmodelle sind die wichtigsten Säulen, um unsere MitarbeiterInnen zu unterstützen und ihre wertvolle Arbeitskraft für unsere Krankenhäuser zu erhalten.“

Individuelle Arbeitszeitmodelle

Vor allem während der Pandemiezeit machte sich die Arbeit bezahlt, die Personalabteilungen und Betriebsräte der Vorarlberger Landeskrankenhäuser schon seit Jahren für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf leisten: So konnte auf eine solide Basis und viel Erfahrung aufgebaut werden. Die Personalverantwortlichen setzten sich außerdem dafür ein, zahlreiche individuelle Lösungen zu finden und neue Modelle zu initiieren. „Es gab während der Pandemie nicht nur einen enormen Anstieg an Homeoffice-Modellen, sondern auch Teamsplitting oder Mix-Modelle mit halber Anwesenheit vor Ort und restlicher Arbeitszeit flexibel von zu Hause aus“, erklärt Leiter des KHBG-Personalmanagements, Dr. Andreas Stieger.

Die große Flexibilität an Arbeitszeitmodellen bietet von Jobsharing bis Zeitansparmodellen alle denkbaren Varianten, abgestimmt auf die persönlichen Bedürfnisse.

Karenzmodelle & Kinderbetreuung

Genauso flexibel wie die Arbeitszeitmodelle sind die möglichen Karenzmodelle für Mütter und Väter. Dank der aktiven Informationskampagne der Personalbüros für Väterkarenz konnte in den letzten Jahren ein deutlicher Anstieg von geteilten Karenzmodellen erzielt werden. Die Angebote lohnen sich, wie man am Beispiel des LKH Feldkirch sieht: Im letzten Jahr sind 162 von 166 Karenzierten wieder in den Betrieb eingetreten. Wesentlich trägt dazu bei, dass karenzierte Mütter und Väter auf Wunsch laufend über aktuelle Entwicklungen informiert sowie weiterhin zu Betriebsfeiern und eigenen Karenzfrühstücksrunden eingeladen werden, um den Anschluss nicht zu verlieren.

Ein weiterer wesentlicher Eckpfeiler für familienfreundliche Personalpolitik ist ein Kinderbetreuungsangebot, das sich an den herausfordernden Arbeitszeiten eines Krankenhausbetriebes orientiert. An allen Vorarlberger Landeskrankenhäusern gibt es ganzjährige Frühkind-, Kinder- und Schülerbetreuungseinrichtungen mit langen Öffnungszeiten, die sogar individuell verlängert werden können, wenn Dienstzeiten der Eltern dies erfordern. Zusätzlich bekommen Eltern fachliche und teilweise finanzielle Unterstützungen, beispielsweise für logopädische Untersuchungen oder bei psychologischer Hilfestellung.

„Hilfe für Helfende“ und Werkswohnungen

Familienfreundlichkeit in Unternehmen beinhaltet noch weit mehr, als Angebote für Eltern und Kinder. Es gibt auch zahlreiche Mitarbeitende, die Betreuungsaufgaben an Eltern oder PartnerInnen wahrnehmen und Unterstützung brauchen. Der Betriebsrat hat hierfür eine eigene Beratung unter dem Motto „Hilfe für Helfende“ eingerichtet. Neben Rat, finanziellen Zuschüssen und flexiblen Beschäftigungsausmaßen werden für Einzelne wiederum sehr flexible Lösungen erarbeitet: Einem Mitarbeiter, der seine Eltern betreut, konnte beispielsweise kurzfristig eine Werkswohnung zugeteilt werden, um lange Anfahrtswege zu vermeiden. Überhaupt ist die Nachfrage nach Werkswohnungen ungebrochen groß, weshalb letzten Herbst am LKH Feldkirch der Startschuss für den Neubau weiterer 68 Werkswohnungen zu den bereits bestehenden 300 fiel.

Die Personalabteilungen der Landeskrankenhäuser sind hochmotiviert, sich auch in den kommenden Jahren um eine Re-Zertifizierung im Bereich Familienfreundlichkeit zu bemühen und ihre Lösungskompetenz weiter zu entwickeln, um individuelle Maßnahmenpakete für MitarbeiterInnen anbieten zu können. Ein Ziel, für das auch die Krankenhausspitze klar und deutlich eintritt: „Mit großer Kreativität, Einsatz und Flexibilität werden wir den Stellenwert der Familie weiterhin hochhalten und unterstützen, wo es uns möglich ist“, betont die Geschäftsführung.

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