Wenn eine Krankheit alles verändert

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Autor: Scho

Irgendwann trifft die meisten Menschen eine potenziell niederschmetternde Krankheitsdiagnose. In dieser psychischen Ausnahmesituation sind viele direkt und indirekt Betroffene mit dem Organisieren von ärztlicher und pflegerischer Hilfe überfordert. Eine seit Jahren im Gesundheitswesen tätige Wienerin, Bärbel Klepp, will jetzt mit „Care for You“ individuelles Case-Management mit psychosozialer Beratung als Service anbieten.

„Stellen Sie sich vor, sie erfahren plötzlich, dass Sie an Krebs erkrankt sind. Oder der Arzt oder die Ärztin eröffnet Ihnen, dass Sie in Zukunft mit womöglich fortschreitender Demenz konfrontiert sein werden. Wer wäre da nicht überfordert? Der direkt Betroffene ist das oft genauso wie die Familie oder andere Angehörige“, sagt Bärbel Klepp, seit kurzem akademisch geprüfte psychosoziale Beraterin (Sigmund Freud Privatuniversität). Die Wienerin ist im österreichischen Gesundheitswesen seit rund 30 Jahren etabliert. Die promovierte Veterinärmedizinerin leitete mehrere Jahre den Bereich rund um Gesundheit beim Verein für Konsumenteninformation (VKI) inklusive dem Aufdecken verschiedenster dubioser Geschäftemacherei und ging dann in die Pharmaindustrie, wo sie bei einem Konzern in Österreich für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich war. Schließlich beschloss sie, sich selbstständig zu machen.

„Das österreichische Gesundheits- und Sozialwesen ist ausgesprochen fragmentiert, kompliziert und somit für die Menschen schwer zu durchschauen. Es gibt viele Ansprüche auf Hilfe und Versorgungsleistungen, aber gleichzeitig gibt es viele Patientinnen und Patienten, die eine Unterförderung aufweisen. Sie und ihre Angehörigen wissen nicht, wohin sie sich wenden sollten. Unterstützungsleistungen müssen aber zumeist beantragt werden“, erklärte Bärbel Klepp gegenüber der APA.

Sozusagen ein „diagnostischer Keulenschlag“ trifft in Österreich jährlich hunderttausende Menschen. Allein rund 44.000 Personen erhalten zum Beispiel eine neue Krebsdiagnose bei rund 400.000 mit solchen Diagnosen lebenden Personen. Oder rund 130.000 bis 150.000 Menschen leben in Österreich mit Demenzerkrankungen. Mehrfacherkrankungen im hohen Alter mit zunehmenden Behinderungen sind das Kennzeichen einer alternden Gesellschaft mit diffizilen medizinischen, pflegerischen und sozialen Bedürfnissen, die bis zum Management der einfachen Alltagsaktivitäten reichen. Aber auch junge Menschen im Berufsleben sind von einer lebensverändernden Diagnose meist überfordert.

„Hier kann psychosoziales Case-Management eine große Hilfe sein. Betroffene sind oft in einer solchen Ausnahmesituation, dass sie gar nicht dazu kommen, beim nächsten Arztbesuch die für sie richtigen und entscheidenden Fragen zu stellen. Dazu kann man in einem Informationsgespräch schon einen Fragenkatalog für ein strukturiertes Arztgespräch vorbereiten, um die besten Informationen zu bekommen. Ich biete neben der psychosozialen Beratung auch Unterstützung bei allem, was organisiert gehört und was viele Betroffene, deren Familien und andere Angehörige auch oft überfordert. Wo gibt es finanzielle Hilfen? An welche Stellen muss man sich wenden? Hier kann individuelles Case-Management Ängste nehmen, eine optimale Betreuung organisieren helfen“, sagte Bärbel Klepp.

„Entlassungsmanagement“

Ein Beispiel ist die Planung der Rückübersiedelung ins eigene Heim nach einem längeren Krankenhausaufenthalt und bleibenden gesundheitlichen Problemen. „Das Entlassungsmanagement organisiert das innerhalb eines kurzen Zeitraums. Dann aber bleibt die Frage, wie es mit dem Betroffenen längerfristig weitergeht. Genau hier setzt mein Service an“, erklärte die Wienerin.

Psychosoziale Beratung, das Organisieren von eventuell notwendiger Pflege inklusive deren Voraussetzungen für das beteiligte Personal, allfälliger Physiotherapie, Pflegegeldeanträge, regelmäßige Besuche für weiterleitende Gespräche – alles das kann Teil dieses Service sein. Abgerechnet werden Service-Packages oder Langzeitbegleitung nach Zeitaufwand. „Man muss ja auch bedenken, dass heute die Mitglieder einer Familie örtlich oft weit von einander entfernt leben und arbeiten. Was tut ein Sohn oder eine Tochter, die womöglich gar im Ausland leben, wenn die Eltern emotionale Unterstützung, medizinisch, pflegerisch und sozial Rundum-Hilfe benötigen?“, schloss die Wienerin.

Weitere Informationen finden Sie hier.

(APA/red.)

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