Abholzung im Amazonasgebiet erhöht das Risiko

Lesedauer beträgt 2 Minuten
Autor: Scho

Die massive Abholzung im brasilianischen Amazonasgebiet begünstigt einer neuen Studie zufolge die Ausbreitung von Malaria. Nach der Auswertung von Daten aus den Jahren 2003 bis 2022 kommt ein Team aus den USA und Brasilien zu dem Schluss, dass die Zunahme der monatlichen Entwaldungsrate um ein Prozent bereits einen Monat später zu einer Steigerung der Malaria-Fälle um durchschnittlich 6,3 Prozent führt.

Der Einfluss der Zerstörung des Regenwaldes auf das Malaria-Risiko variiere zwar von Bundesstaat zu Bundesstaat, schreibt die Forschungsgruppe in den „Proceedings“ der US-nationalen Akademie der Wissenschaften („PNAS“). Allerdings legten die Ergebnisse nahe, dass die Abholzung mit einer Erhöhung der Malaria-Fälle einen Monat später im Zusammenhang stehe.

Grund dafür dürfte sein, dass die in Brasilien hauptsächlich für die Übertragung von Malaria verantwortliche Mücke Nyssorhynchus darlingi nach der Abholzung günstigere Brutbedingungen vorfinde, berichtet das Team um Burton H. Singer von der University of Florida und Marcia C. Castro von der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston. Sie bevorzuge Bruthabitate mit sauberem und teilweise von der Sonne beschienenem Wasser, mit Wasservegetation, aber frei von sich zersetzenden organischen Stoffen. In naturbelassenen Wäldern, wo das Licht meist knapp ist, sind die Bedingungen nur selten gegeben. Am Rand von Holzeinschlaggebieten finden die Mücken die idealen Brutbedingungen hingegen häufig vor. Zudem ist dort die Wahrscheinlichkeit für einen Kontakt zwischen Menschen und Mücken höher.

Malaria ist eine der weltweit häufigsten Infektionskrankheiten. Der Erreger wird durch Mücken übertragen. Die Krankheit äußert sich zunächst durch Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Durchfall und kann unbehandelt tödlich enden. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkrankten 2022 schätzungsweise 249 Millionen Menschen in 85 Ländern der Welt an Malaria, 608.000 Menschen starben daran. Bei den meisten Todesopfern handelt es sich um Kinder unter fünf Jahren.

(APA/dpa/red.)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

UK startet Genom-Sequenzierung für Erbkrankheiten-Diagnostik

UK startet Genom-Sequenzierung für Erbkrankheiten-Diagnostik

In einem groß angelegten Forschungsprogramm soll das Erbgut Neugeborener auf 200 Erbkrankheiten untersucht werden. Gesucht werden soll nur nach behandelbaren Leiden.

Grundwehrdiener sollen sich ab nun für Stammzellenspende registrieren

Grundwehrdiener sollen sich ab nun für Stammzellenspende registrieren

Pro Tag erkranken laut dem Rotem Kreuz drei Menschen in Österreich an Blutkrebs. Eine Stammzellspende ist oft die einzige Überlebensmöglichkeit. Einen passenden Spender zu finden, ist aber schwierig, die Wahrscheinlichkeit liegt bei eins zu einer halben Million.

McKinsey will 230 Mio. Dollar in jüngsten Opioid-Vergleichen zahlen

McKinsey will 230 Mio. Dollar in jüngsten Opioid-Vergleichen zahlen

Die Vergleiche, die der Zustimmung eines Richters bedürfen, wurden vor einem Bundesgericht in San Francisco bekanntgegeben. Das Geld kommt zu den 641,5 Mio. Dollar hinzu, die McKinsey bereits gezahlt hat, um die Forderungen der Generalstaatsanwälte der US-Staaten zu erfüllen.