Ausbau Niederösterreich als onkologisches Zentrum

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Autor: Scho

Vor allem Hauttumore, Brust- und Prostatatumore sind jene, die am häufigsten auftreten. Alleine im letzten Jahr wurde in den NÖ Kliniken über 11.600 KrebspatientInnen behandelt. Die NÖ Kliniken haben sich einen anerkannten Ruf in der Krebsbehandlung erarbeitet: „Wir verzeichnen sechs onkologische Zentren in ganz Niederösterreich – drei weitere Zertifizierungen sind in den nächsten zwei Jahren geplant“, erklärt LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf im Rahmen eines Pressegesprächs.

„Unser Ziel ist die bestmögliche Versorgung für die KrebspatientInnen. Dazu gehören unter anderem auch eine innovative und moderne Ausstattung sowie Medizingeräte. Derzeit sind sechs LinAcs, das sind Linearbeschleuniger, die hochwirksam bei der Bekämpfung von Krebs eingesetzt werden, in NÖ in Betrieb. Bis 2028 sollen drei weitere folgen, die eine verbesserte Bildgebung und zusätzliche Oberflächenscanner zur Patientenpositionierung und –überwachung versprechen. Diese Anschaffung umfasst natürlich auch bauliche Erweiterungen, weshalb wir eine Investitionssumme in der Höhe 31 Mio. Euro vorsehen“, so Pernkopf. Alleine im letzten Jahr wurden über 3.200 PatientInnen bestrahlt. Mit insgesamt 9 LinAc können bis zu 4.800 PatientInnen bestrahlt werden und so ist eine bedarfsgerechte Verbesserung der onkologischen Versorgung in Niederösterreich möglich.

Immuntherapie

Neben der Strahlentherapie gibt es weitere Behandlungsmethoden von der Chemo- und Immuntherapie bis hin zu chirurgische Eingriffe In den NÖ Kliniken wurden beispielsweise im letzten Jahr über 60.000 systemische Therapien ambulant und stationär durchgeführt – das sind z.B.: Chemotherapien, Immuntherapien und Antikörpertherapien oder auch Therapien mit Medikamenten.

„In jedem Fall ist es entscheidend, für jeden Patienten frühzeitig die optimale Kombination aus den verschiedenen Therapie-Möglichkeiten zu finden und umzusetzen. Dies erfolgt in den sogenannten Tumorboards und wird im Onkologischen Informationssystem – kurz OIS genannt – erfasst. Das NÖ OIS ist das bisher einzige klinische Krebsregister in Österreich, welches von 1.200 ÄrtzInnen verwendet wird. Damit werden alle Krebsfälle und deren Behandlungsschritte niederösterreichweit und krankenhausübergreifend erfasst und dokumentiert – von der Erstdiagnose bis hin zur Genesung. Aktuell sind über 76.000 PatientInnen eingetragen. Damit können wir den bestmöglichen Nutzen für unsere PatientInnen erzielen und so auch infolge die Chancen einer Krebserkrankung zu überleben, weiter erhöhen“, erklärt die Abteilungsleiterin Innere Medizin, Hämatologie und internistische Onkologie, Wr. Neustadt, Prim. Priv.-Doz. Dr. Birgit Grünberger.

Therapien für jeden Krankheitsfall

Durch die zielgerichtete und personalisierte Kombination der unterschiedlichsten Therapien kann für jeden individuellen Krankheitsfall eine optimale Behandlung zusammengestellt werden. „Für den Ausbau eines onkologischen Zentrums ist auch die Forschung und Lehre ein zentrales Thema. Hierfür ist ein umfassendes Verständnis von Krebserkrankungen entscheidend. Dies gelang in den letzten Jahren durch große Anstrengungen in der Krebsforschung. Auch am UK Krems arbeiten wir gemeinsam mit der Karl Landsteiner Universität für Gesundheitswissenschaften an präziseren Behandlungen durch genaue klinische Beobachtungen und Untersuchungen. Aktuell sind wir beim Aufbau von Biobanken, die Proben von PatientInnen beinhalten bis hin zu Laborversuchen und zum Testen neuer Therapieoptionen im Rahmen von klinischen Studien“, erklärt Oberarzt der Klinischen Abteilung für innere Medizin am UK Krems, OA Priv.Doz. Dr. Josef Singer, PhD.

Erst kürzlich wurde das UK Krems von OnkoZert, einem unabhängigen Zertifizierungsinstitut der Deutschen Krebsgesellschaft als das einzige Lungenkrebszentrum in Niederösterreich zertifiziert. Die Abteilung Strahlentherapie und Radioonkologie im UK Krems wird ab 1.12.2022 neu von Priv. Doz. Dr. Petra Georg, MBA geleitet. Seit 2016 war sie aktiv in der Patientenbehandlung am MedAustron Ionentherapiezentrum tätig und bringt nun ihre langjährige Erfahrung und Expertise im UK Krems ein. „Die Abteilung wird in den nächsten Jahren wachsen, wodurch wir am Standort Krems sehr profitieren und den PatientInnen spitzenmedizinische Leistungen durch die Nutzung der Technologieentwicklung anbieten können“, erklärt die zukünftige Abteilungsleiterin Dr. Petra Georg.

Zusätzlich sind auch neue Therapiemöglichkeiten ein wichtiger Bestandteil für die noch bessere medizinische Versorgung der KrebspatientInnen. Eine neue Therapieform, die mit Anfang 2023 im UK St. Pölten startet, ist die „CAR-T-Cell Therapie“. „Derzeit laufen intensive Vorbereitungen für diese innovative Therapie bei Patienten mit hämatologischen Erkrankungen. Dabei handelt es sich um eine Immuntherapie zur Bekämpfung von Krebszellen durch körpereigene modifizierte Abwehrzellen. Aktuell wird diese in fünf Kliniken in Österreich angeboten und ab 2023 wollen wir hier in St. Pölten starten“, erklärt der Leiter der Abteilung für Innere Medizin 1, UK St. Pölten, Prim. Assoc. Prof. Dr. Martin Wiesholzer.

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