Bayer gewinnt ersten Glyphosat-Prozess seit Supreme-Court-Entscheid

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Autor: Scho

Im Milliarden-Rechtsstreit um den Unkrautvernichter Glyphosat hat Bayer erstmals seit einer wichtigen Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA einen Fall gewonnen. Eine Jury in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri wies am Donnerstag (Ortszeit) die Klagen von drei Frauen einstimmig ab, die ihre Krebserkrankungen auf das Glyphosat-Produkt Roundup zurückgeführt hatten.

Der Ausgang des Prozesses in Missouri gibt einen ersten Hinweis auf die weiteren Aussichten von Roundup-Klagen, nachdem ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA zugunsten von Bayer die Rechtsansprüche der Kläger eingeschränkt hatte. Der Supreme Court entschied im Juni, dass bei Warnhinweisen für Pestizide das Bundesrecht Vorrang vor den Gesetzen der einzelnen Bundesstaaten hat. Damit entfiel für Kläger das Argument, Bayer habe nicht ausreichend vor Krebsrisiken gewarnt.

Die Anwälte der drei Frauen hatten deshalb eine andere Strategie verfolgt. Sie hatten argumentiert, bei der Entwicklung von Roundup seien Risiken ignoriert worden und Bayer habe beim Verkauf fahrlässig gehandelt. Diese Prozessstrategie sei gescheitert, erklärte Markus Manns, Portfoliomanager bei Union Investment. „Das ist einer der wichtigsten Prozessgewinne für Bayer.“ Nun würden vermutlich mehr Kläger die außergerichtliche Einigung annehmen.

Die drei Frauen, von denen eine noch vor Beginn des Prozesses starb, hatten nach eigenen Angaben Roundup regelmäßig verwendet und waren später an Krebs erkrankt. Bayers Chefjurist in den USA, Bill Dodero, erklärte nach dem Urteil, dieses sende ein klares Signal, dass Kläger nun vor erheblichen Herausforderungen stünden, stichhaltige Ansprüche geltend zu machen und die dafür nötigen Beweise vorzubringen.

Bayer wartet weiter auf die Entscheidung eines Richters über einen 7,25 Mrd. Dollar (6,5 Mrd. Euro) schweren Vergleich, mit dem Zehntausende weitere Klagen beigelegt werden sollen. Sollte der Richter den Vergleich genehmigen, sei das ein Meilenstein für Bayer, erklärte Union-Investment-Portfoliomanager Manns. „Damit sollte Bayer dann die Prozessrisiken weitgehend reduziert haben und das Management kann sich wieder auf operative und strategische Themen fokussieren.“

Die Rechtsstreitigkeiten belasten Bayer seit der Übernahme des US-Rivalen Monsanto im Jahr 2018. Sie haben den Konzern bereits Milliarden gekostet und den Aktienkurs gedrückt. Bayer sieht sich in den USA noch mit rund 65.000 Klagen konfrontiert. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück und verweist auf langfristige Studien, wonach der Wirkstoff Glyphosat sicher sei und keinen Krebs verursache. Auch die US-Umweltschutzbehörde EPA stuft das Mittel als nicht krebserregend ein. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hatte Glyphosat 2015 hingegen als „wahrscheinlich krebserregend“ bezeichnet.

(APA/Reuters/red.)

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