Da Vinci-OP-Roboter für die Landesklinik Hallein

Lesedauer beträgt 3 Minuten
Autor: Scho

Seit knapp einem Monat steht der Landesklinik Hallein ein hochwertiger da Vinci Operations-Roboter zur Verfügung. Mehr als 30 Mal war er seither vor allem bei Hernien- und Gallenblaseneingriffen erfolgreich im Einsatz. In einem weiteren Schritt soll der Standort Hallein auch zu einem besonderen Ausbildungsplatz für junge Chirurginnen und Chirurgen werden, denn der da Vinci-Roboter wurde zusätzlich mit einer Teaching-Konsole ausgestattet, die ermöglicht, dass Assistenzärztinnen und Assistenzärzte unter Aufsicht erfahrener Chirurgen Operationen mit dem da Vinci durchführen können. Ähnlich wie in der Fahrschule kann der Oberarzt jedoch jederzeit eingreifen. Dies ist weltweit erstmalig.

„Wir bekennen uns zu einer Top-Gesundheitsversorgung in allen Regionen Salzburgs. Diese Investition in den da Vinci-Roboter im Standort Hallein ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung, ein Gewinn für den Tennengau wie die benachbarten Regionen und Ergebnis der erfolgreichen Kooperation des Uniklinikum Salzburg mit dem Krankenhaus Hallein. Damit können Operationen sehr schonend für die Patienten durchgeführt und die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus verkürzt werden. Es freut mich, dass wir diese Möglichkeit nun auch in der Landesklinik Hallein anbieten können“, erklärt der zuständige Gesundheitsreferent LH-Stv. Dr. Christian Stöckl.

Auch der Geschäftsführer der Salzburger Landeskliniken Priv.-Doz. Dr. Paul Sungler, selbst Chirurg, ist von der Effizienz des Roboters überzeugt: „Nach der Initiierung des ersten Operationsroboters am Uniklinikum in Salzburg 2017, konnte ein zweiter dort 2020 etabliert werden. Das Spektrum der Operationen am Uniklinikum Salzburg erfasst mittlerweile die gesamte Bandbreite der chirurgischen, urologischen und gynäkologischen Eingriffe sowie auch Hals-Nasen-Ohren-Operationen.“

Patientenschonende Eingriffe

Der Vorstand der Uniklinik für Chirurgie, Univ.-Prof. Dr. Klaus Emmanuel, betont noch einmal die Vorteile die die Operation mit einem da Vinci-Roboter für die Patientinnen und Patienten bringt: „Der einfachere Zugangsweg in der minimal-invasiven Chirurgie bei komplexen Eingriffen, die dann auch sehr patientenschonend sind. Wir haben darüber hinaus die sensationelle Möglichkeit einer weltweiten Vernetzung mit Roboterchirurgen anderer Nationen. Und, last but not least, haben wir auch die Möglichkeit, neue Ausbildungsstrukturen mit dem Roboter zu entwickeln.“

Ganz wesentlich ist die Ausbildung von jungen Chirurginnen und Chirurgen, welche sich auf dem Weg zum Facharzt befinden. Dies wird erstmalig weltweit mit der Etablierung des dritten Roboters am Standort Landesklinik Hallein möglich. Denn hier ist es gelungen, einen Roboter der neuesten Generation mit einer so genannten Teaching-Konsole aufzubauen.

„Wir haben mit dem Hersteller ein Konzept entwickelt, welches es weltweit erstmalig ermöglicht, schrittweise Assistenzärztinnen und Assistenzärzte am Robotersystem auszubilden. Dies ist auch möglich geworden, da wir über die letzten sechs Jahre die Schwerpunkte am Landesklinikum Hallein unter meiner Führung fokussiert haben und hierbei Spezialisierungen, wie die Hernienchirurgie, die Proktologie und die tageschirurgischen Operationen aufgebaut haben“, so Emmanuel weiter.

Aus diesem Portfolio lassen sich gerade für die Roboterchirurgie in der Ausbildung der Assistentinnen und Assistenten zahlreiche Eingriffe abbilden, welche sicher in der Landesklinik Hallein durchgeführt werden können.

„Somit ist das Gesamtkonzept der stufenweisen Ausbildung der jungen Chirurginnen und Chirurgen am Roboter bis später am Uniklinikum mit komplexen Robotereingriffen eine weltweite Neuheit und macht uns als Unternehmen für Nachwuchschirurginnen und –chirurgen deutlich attraktiver.“

Weltweite Vernetzung

Anhand neuester Dokumentationssysteme und Vernetzungsmodulen kann in der Roboterchirurgie mittlerweile auch interaktiv mit anderen Kliniken an anderen Standorten auch in anderen Ländern gearbeitet werden. Somit können Austausch, Erfahrung und Weiterentwicklung mit der Hilfe dieser Systeme innerhalb der weltweiten chirurgischen Community durchgeführt werden. Der Roboter in der Landesklinik Hallein in der Vernetzung mit dem Uniklinikum ist ein neuer Schritt in die Spezialisierung von robotischen Eingriffen und ein Meilenstein in der Ausbildung von jungen Assistenzärztinnen und Assistenzärzten in der Chirurgie.

Entwickelt wurde da Vincivom US-Unternehmen Intuitive Surgical, das sich auf Operationsroboter spezialisiert hat. Die ersten Modelle wurden von der US-Armee während des Zweiten Golfkrieges (1990) eingesetzt. Um auch komplexe Verletzungen von Soldaten operieren zu können, wurden die Mediziner vor Ort von Kollegen in den USA unterstützt, welche die Operation quasi von der Heimat aus durchführten. Fernoperationen lösten schon immer einen gewissen Wow-Effekt aus, doch dass eine „Maschine“ einen Menschen ganz alleine operiert – das ist Science-Fiction. Jede Operation wird vom Chirurgen selbst und vor Ort durchgeführt. Bei Stromausfall schaltet das System automatisch auf Batteriebetrieb um. Die Datenmenge, die da Vincizu verarbeiten hat, ist jedenfalls gewaltig, denn abgesehen von den hochauflösenden 3D-Bildern können auch Röntgenaufnahmen, Ultraschallbilder und CT- sowie Magnetresonanzbilder in das System eingespielt werden.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Nachgefragt bei… Sabine und Hans Lamprecht, Team Lamprecht NEURO-Fobis.

Nachgefragt bei… Sabine und Hans Lamprecht, Team Lamprecht NEURO-Fobis.

Parallel zur REHAB, die für den 23. bis 25. Juni 2022 terminiert ist, wird der neue Fachkongress CON.THERA zur interdisziplinären Fortbildung auf dem Fachgebiet der Neurorehabilitation stattfinden.