Gesundheitsreform - Fachärzte gegen Zuweisungszwang

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Autor: Scho

Über die von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung geplante Gesundheitsreform ist noch wenig bekannt, doch ein durchgesickertes Detail sorgt bereits für Proteste: Der kürzlich gegründete Berufsverband Fachärzt:innen Österreich warnte am Montag vor Zwangszuweisung und Gatekeeping. Auch auf eine Petition für den Erhalt des freien Facharztzugangs ohne Umweg über die Allgemeinmedizin wurde in einer Aussendung verwiesen.

Seit der Einführung der E-Card können Krankenkassenpatienten großteils ohne Umweg oder Überweisung Fachärzte in Anspruch nehmen. Im Zuge der nun geplanten Reform, die zumindest in den Grundzügen im Sommer feststehen soll, könnte dies wieder eingeschränkt werden, wobei die Ausprägung zwischen Anreizen und Sanktionen noch offen ist. Auf Fachärzteseite kommt das aber grundsätzlich nicht gut an. „Man sagt: Steuerung und Patientenlenkung. Man meint: Weniger Kosten und Rationierung. Auf Qualitätssicherung mit medizinischer Expertise wird bei der Debatte um Zuweisungszwang und Gatekeeping nicht vorrangig Rücksicht genommen“, warnte Verbandspräsident Florian Mittermayer.

Auch Pulmologin Irene Sperk, Internistin Bonni Syeda, Urologe Mehmet Özsoy, HNO-Ärztin Verena Niederberger-Leppin und die Dermatologin Elisabeth Heere-Ress kritisierten, dass die aktuelle Gesundheitsreformdebatte in die falsche Richtung gehe. Wartezeiten auf eine gute Behandlung durch Expertinnen und Experten könnten sich verlängern und Kosten steigen. „Skandinavische und nordische Gesundheitssysteme werden gerne als Positivbeispiele ins Treffen geführt. Dabei gibt es auch dort Diskussionen über lange Wartezeiten, Zugänglichkeit und schwindendes Vertrauen ins Gesundheitswesen“, hieß es in einem gemeinsamen Statement.

Die notwendige doppelte Inanspruchnahme ärztlichen Fachpersonals – zunächst in der Primärversorgung, anschließend bei Fachärzten – führe zu Mehrkosten statt Einsparungen. Der Berufsverband rechnet zudem damit, dass Patienten vermehrt auf Wahlärzte ausweichen, wenn der Zugang zu Kassen-Fachärzten erschwert wird.

(APA/red.)

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