Josef Penninger übernimmt Professur an Meduni Wien

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Autor: Scho

Ab 1. Juli wird der Genetiker Josef Penninger eine Professur für „Personalisierte Medizin“ an der Medizinischen Universität (Meduni) Wien übernehmen, wie die Uni mitteilte. Penninger ist derzeit Leiter des Life Science Institute an der University of British Columbia (Kanada). Ob er diese Einrichtung weiter führen wird, könne man nicht beantworten, hieß es seitens der Meduni Wien auf APA-Nachfrage. Bei der Stelle in Wien handle es sich um eine „Teilzeitprofessur“.

Josef Penninger wurde am 5. September 1964 im oberösterreichischen Gurten geboren. Er absolvierte sein Medizinstudium an der Uni Innsbruck, wo er 1990 seine Doktorarbeit abschloss. Als Post-Doc wechselte er nach Kanada und stieg in der Folge zum renommierten Wissenschafter auf. 2002 kehrte er nach Österreich zurück und übernahm das 2003 gegründete Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Wien, das unter seiner Führung zum international angesehenen Forschungsinstitut wurde. Seit Ende 2018 leitet Penninger das Life Sciences Institute (LSI) in Vancouver (Kanada), führte aber auch noch weiter ein Labor am IMBA.

Man freue sich, mit Penninger nun einen „Pionier“ auf dem Gebiet der personalisierten Medizin gewonnen zu haben, „der als weiterer Impulsgeber“ die Uni stärken werde, wird Meduni Wien-Rektor Markus Müller zitiert. Laut dem „Kurier“ (online) wird sich der Genetiker in Wien am Aufbau des Zentrums für Präzisionsmedizin am Campus der Meduni Wien beteiligen. Dort sollen ab Ende 2026 rund 200 Forscher individuell auf einzelne Patientinnen und Patienten zugeschnittene Präventions-, Diagnose- und Therapiemethoden entwickeln. Benannt wird das neue Institut nach dem in Wien geborenen US-Neurobiologen Eric Kandel, der im Jahr 2000 den Nobelpreis für Physiologie bzw. Medizin erhielt.

Wichtige Grundlagenforschung

Auf Grundlage von Penningers Forschungsergebnissen „wurden neue Medikamente entwickelt“, heißt es heute seitens der Meduni. Zuletzt bemühte sich Penninger mit Kollegen und der Wiener Biotechnologiefirma Apeiron, rekombinant hergestelltes ACE2 (Angiotensin Converting Enzyme 2) als Medikament gegen Covid-19-Erkrankungen einzusetzen. Das Coronavirus nutzt den sogenannten ACE2-Rezeptor, um in menschliche Zellen zu gelangen. Penninger begann an dem Rezeptor bereits Anfang der 2000er-Jahre intensiv zu forschen. Eine Zulassung des Wirkstoffes „APN01“ steht aber noch aus.

Zu den herausragendsten wissenschaftlichen Leistungen Penningers zählt die Entschlüsselung der entscheidenden Rolle des körpereigenen Proteins RANKL bei vielen Körperfunktionen bzw. Krankheiten wie Osteoporose oder Brustkrebs. Wissenschaftliches Renommee konnte Penninger mit zahlreichen Veröffentlichungen in Fachzeitschriften erwerben, darunter eine beachtliche Zahl in Top-Journalen wie „Nature“, „Science“ oder „Cell“. Penninger hat zudem zahlreiche Preise erhalten und ist Mitglied in mehreren wissenschaftlichen Akademien.

(APA/red.)

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