Laborkette Synlab verdiente 2023 deutlich weniger

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Europas größte Laborkette Synlab hat 2023 mit steigenden Kosten und dem starken Rückgang der Covid-Tests gerungen. Der deutsche Konzern setzt zwar mit Einsparungen, Preiserhöhungen und Verkäufen von Unternehmensteilen dagegen, konnte aber im Gesamtjahr einen Umsatz- und Ergebnisrückgang nicht vermeiden. Wie Synlab am Montag in München mitteilte, sank der Erlös 2023 auf 2,64 Mrd. Euro, ein Jahr waren es noch 3,25 Mrd. Euro gewesen.

Das operative Ergebnis (bereinigtes EBITDA) verringerte sich von zuvor 753,4 Mio. auf 437,9 Mio. Euro. Die geplante Übernahme durch den Finanzinvestor Cinven zieht sich unterdessen noch etwas hin. Unter dem Strich entfiel im vergangenen Jahr auf die Aktionäre ein Gewinn von 92,7 Mio. Euro. 2022 hatte das Unternehmen noch 150,7 Mio. Euro verdient. Für 2023 will das Management keine Dividende zahlen. Ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen an seine Aktionäre noch 33 Cent je Aktie ausgeschüttet.

Für das laufende Jahr peilt die Laborkette einen Umsatz von rund 2,7 Mrd. Euro an. Davon sollen als bereinigter Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen 17 bis 18 Prozent hängen bleiben nach 16,6 Prozent im Vorjahr.

Synlab steht vor einer Komplettübernahme durch den Finanzinvestor und Großaktionär Cinven. Dieser will die Anteile, die ihm noch nicht gehören, für zehn Euro das Stück kaufen. Cinven hatte Synlab erst im Frühjahr 2021 an die Börse gebracht. Der Ausgabepreis hatte damals 18 Euro betragen; die Bewertung lag damit bei rund 4 Mrd. Euro.

Die Übernahme dürfte aber noch etwas dauern. „Zum heutigen Tag sind die in der Cinven-Angebotsunterlage dargelegten Bedingungen noch nicht vollständig erfüllt“, hieß es vom Unternehmen. Im November hatte der Finanzinvestor Paul Singer eine kleine Beteiligung an Synlab bekannt gegeben. Damit folgte der Hedgefonds-Manager dem bekannten Muster, bei derartigen Übernahme mitverdienen zu wollen. Singer ist dafür bekannt, sich Anteile an Unternehmen zu sichern, die vor einer Übernahme stehen, um etwa in einem sogenannten Zwangsabfindungsverfahren (Squeeze-out) einen höheren Preis herauszuschlagen.

(APA/red.)

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