Milzbrand-Erreger bleibt anhaltende Gefahr

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Autor: Scho

Historische Vorkommen des Milzbrand-Erregers Bacillus anthracis, der zu schweren Infektionen bei Tieren und Menschen führt, können durch den Klimawandel und menschliche Aktivitäten reaktiviert werden. Auf diese Gefahr weist ein Forscherteam rund um die Veterinärmedizinische Universität (Vetmeduni) Wien im Fachmagazin „Applied and Environmental Microbiology“ hin. Denn selbst nach 80 Jahren bleiben Sporen dieses Bakteriums lebensfähig.

Milzbrand (Anthrax) ist vor allem eine Erkrankung von Huftieren wie Rindern oder Schafen und wird vom Erreger B. anthracis verursacht. Die Krankheit kann aber auch Menschen betreffen und tödlich verlaufen. Um mehr über das zeitliche Überdauern und die genetische Vielfalt des Erregers herauszufinden, haben die Forschenden in Zusammenarbeit mit dem Amt für Rüstung und Wehrtechnik des österreichischen Bundesheeres und der deutschen Bundeswehr historische Milzbrand-Vorkommen untersucht.

Basierend auf umfangreicher Archivarbeit konnte das Team 80 Jahre nach dem letzten dokumentierten Auftreten von Milzbrand in einer stillgelegten Gerberei lebensfähige B. anthracis-Sporen isolieren. „Unsere Ergebnisse zeigen eindrücklich, dass B. anthracis jahrzehntelang an historischen Stätten überleben und eine Gesundheitsbedrohung darstellen kann, wenn solche Stätten durch klimatische Faktoren oder menschliche Eingriffe reaktiviert werden“, wird Monika Ehling-Schulz, Leiterin des Zentrums für Pathobiologie der Vetmeduni in einer Aussendung zitiert.

Kenntnisse über historische Milzbrandvorfälle in stillgelegten Tierverarbeitungsanlagen, Gerbereien oder Bauernhöfen, etwa aus Archivaufzeichnungen, könnten wichtige Informationen für die Überwachung dieser Zoonose und die Ergreifung geeigneter Maßnahmen zur Verhinderung künftiger Ausbrüche liefern, so Ehling-Schulz.

Die Fachpublikation finden Sie hier.

(APA/red.)

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