Österreichische Gesundheitskasse: "Fusion gut abgeschlossen"

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Autor: Scho

Die ÖGK ist zentraler Ansprechpartner für rund 300.000 Dienstgeber. Durch bundesweite Prozesse, lokale Umsetzung und einen hohen Automatisierungsgrad wurden deren Abwicklungen vereinfacht. Rund 60 Millionen Meldungen und 83 Millionen Dokumente (Einzahlungen, Umbuchungen, An- und Abmeldungen) werden so pro Jahr verarbeitet. Jährlich werden insgesamt 46 Milliarden Euro umgesetzt. Ein weiterer Meilenstein wird die Einführung des einheitlichen Dienstgeberverrechnungskontos sein. Dienstgeber haben zukünftig bundesweit ein zentrales Verrechnungskonto, über das die Beitragseinbringung (Mahnung, Verzugszinsenrechnung, Exekution, Lastschrifteinzug) zentral abgehandelt wird.

Vor allem für jene Dienstgeber, die in mehreren Bundesländern Dienstnehmer beschäftigen, werden die Prozesse dadurch wesentlich effizienter. Die österreichischen Unternehmen haben mit der ÖGK einen Partner für alle Fragen zur gesetzlichen Krankenversicherung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Weiters setzt die ÖGK auf einen Paradigmenwechsel in Richtung „vorsorgen statt reparieren“. Unternehmerisch gesehen ist Gesundheit nicht nur ein individuelles Geschenk, sondern auch ein wirtschaftlicher Erfolgsfaktor. Starke Betriebe und eine florierende Wirtschaft – das braucht Österreich und seine Bewohner aktuell mehr denn je. Die ÖGK unterstützt Unternehmerinnen und Unternehmen seit 2004 als Partner bei der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) und bietet hier ein Angebot, das Gesundheit, Motivation und Arbeitszufriedenheit dauerhaft sichern kann. Die BGF ist heute nicht nur das erfolgreichste Beratungsprogramm der ÖGK, sie ist auch Ausdruck gelebter Partnerschaft zwischen Wirtschaft und Sozialversicherung.

Wirtschaft erholt sich

Insgesamt ist eine wirtschaftliche Erholung zu spüren. So sind die Beitragsrückstande der von Corona-betroffenen Betriebe zum 31.05.2022 auf 662 Millionen Euro gesunken. Zum 30.06.2021 hatten diese noch eine Milliarde betragen. Die Rückstände sinken in den letzten Monaten kontinuierlich. Auch die Gesamtrückstände sanken vom Höchststand von 2,3 Milliarden im Juli 2021 auf 745 Millionen zum 31.05.2022. Die Zahl der Erwerbstätigen befindet sich wieder im Steigen. In der Kalenderwoche 23 2022 gab es 3.291.063 Erwerbstätige, das sind im Vergleich zum Vorjahr um 84.000 Personen mehr und mit einem Plus von 111.000 auch deutlich mehr als im Vorkrisenjahr.

Die positive wirtschaftliche Entwicklung zeichnet sich auch in der Österreichischen Gesundheitskasse ab, die sich finanziell auf einem guten Weg befindet. Die Bilanz ist stabil. „Durch das sorgsame Wirtschaften mit den finanziellen Ressourcen der ÖGK stellen wir nicht nur die Leistungen der Versicherten sicher, sondern können auch positiv in die Zukunft blicken. Neben dem bundesweiten Ausbau im Bereich der Versorgung mit Logopädie, Physio- und Ergotherapie, den wir für unsere Versicherten umsetzten konnten, setzten wir verstärkt auf neue Primärversorgungseinheiten (PVE), um einen niederschwelligen Zugang zum Gesundheitssystem zu gewährleisten,“ betont ÖGK-Obmann Matthias Krenn.

Digitale Tools

ÖGK-Hauptversammlungsvorsitzender Moritz Mitterer zeigt sich ebenfalls mit der Fusion zufrieden: „Die Zusammenlegung zur österreichweit einheitlichen ÖGK hat viele Erleichterungen und Vorteile für die Versicherten, aber auch für Dienstgeber gebracht. Wir sind mit 7,4 Millionen Versicherten eine der größten und leistungsfähigsten gesetzlichen Gesundheitskassen Europas und beweisen jeden Tag, dass wir dieser Aufgabe gewachsen sind. Kundenservice für Versicherte wird immer wichtiger. Daher setzt die ÖGK verstärkt auf Telemedizin und digitale Tools“.

ÖGK-Obmann Krenn möchte zukünftig vermehrt auf Digitalisierung setzen: „Die Österreichische Gesundheitskasse wird e-Health Angebote, wie den Ordinationsbesuch mittels visit-e, forcieren. Zusätzlich werden wir die Entbürokratisierung und Serviceorientierung weiter vorantreiben. Wir schaffen laufend neue Zusammenarbeitsformen für Ärztinnen und Ärzte, um den modernen Anforderungen an den Beruf gerecht zu werden. Neben Primärversorgungseinheiten, Gruppenpraxen, der Anstellung Arzt-bei-Arzt, dem Teilen einer Kassenstelle und flexible Vertretungsmöglichkeiten, wird es zukünftig das „Sorglos-Paket“ geben. Ärztinnen und Ärzte können dann verschiedene Module wie bürokratische Unterstützung oder die Einrichtung der Ordination flexibel auswählen und sich nur auf ihre ärztlichen Aufgaben konzentrieren“.

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