Partnerschaft für digitale Gesundheitslösungen

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Autor: Scho

Spätestens seit Beginn der COVID-19-Pandemie ist bekannt, wie wichtig eine gute Händehygiene ist. Gezielte Unterstützung dabei bietet Pflegekräften, Ärzten und Hygienikern das digitale NosoEx-System von GWA Hygiene. Im Rahmen seines Digitalansatzes vertreibt HARTMANN zukünftig die Hygienelösung für Gesundheitseinrichtungen und stärkt dadurch sein Programm Mission: Infection Prevention.

Weiterhin infizieren sich mehr als eine halbe Million Menschen in Deutschland jährlich mit nosokomialen Infektionen (allgemein: Krankenhausinfektionen). Die Sorge vor einer Infektion während eines Krankenhausaufenthalts ist groß und zählt bei Patienten mit 81 % zu den erheblichsten Ängsten bei einer stationären Behandlung.

Durch die Partnerschaft mit GWA Hygiene erweitert HARTMANN seine Mission: Infection Prevention. Der Ansatz für eine ganzheitliche Infektionsprävention bietet nun eine weitere etablierte digitale Lösung. „Jeden Tag wird in Kliniken und Pflegeeinrichtungen für den Erhalt von Gesundheit sehr viel geleistet. Wir möchten mit unserem digitalen Angebot einen direkten Mehrwert schaffen, der Mitarbeitende und Patienten direkt schützt,“ erklärt Alexander Schwieger weiter. „Das Bewusstsein für die Händehygiene-Compliance hat sich in den letzten beiden Jahren stark weiterentwickelt. Nichtsdestotrotz hat die Pandemie auch offengelegt, in welchen Bereichen sich eine Weiterentwicklung fortsetzen muss.“

Händedesinfektion digital erfasst

Gemeinsam mit den Geschäftsführern Maik Gronau und Tobias Gebhardt der GWA Hygiene, einem Start-up aus Stralsund, hat Alexander Schwieger jetzt die Kooperation vereinbart: HARTMANN übernimmt den Vertrieb des GWA-Produktes NosoEx, einem digitalen Tool zur Verfolgung und Erfassung der Händedesinfektion.

Das System besteht aus Sensoren und dazugehöriger Software. Ärzte, Pflegepersonal und Reinigungskräfte in einem Krankenhaus werden mit einem Transponder ausgestattet. An jedem Desinfektionsmittel-Spender erfasst ein Sensormodul dessen Nutzung – anonymisiert und nach Personalgruppen. Die Daten gehen an die Hygieneabteilung der Klinik, die daran erkennt, ob alle Mitarbeitenden ausreichend die Hände desinfizieren oder Handlungsbedarf besteht. Auch die abgegebene Menge Desinfektionsmittel wird erfasst – um die Bestandsmenge und damit letztlich auch die Qualität der Händedesinfektion zu ermitteln. Denn ein zu geringes Volumen an Hände-Desinfektionsmittel führt zu Benetzungslücken und somit einer unzureichenden Händedesinfektion.

Durch die Einführung von NosoEx wurde beispielsweise in Krankenhäusern der Maximalversorgung mit über 1.500 Betten insgesamt ein Anstieg der Händedesinfektionen um 27 % verzeichnet – ein starkes Indiz, dass sowohl das Bewusstsein für Händehygiene als auch deren Anwendung durch den Einsatz gezielter Maßnahmen und Lösungen steigt.

Hygiene kann Leben retten

Auf die Idee gekommen ist Maik Gronau, als er vor einigen Jahren im Krankenhaus lag. „Ich stellte fest, dass die eine Gruppe häufiger Händedesinfektionen durchführt als die andere. Da stellte sich die Frage: Warum ist das so und vor allem: Darf das so sein?“, erzählt der Wirtschaftsinformatiker. Die Antwort ist NosoEx, das sich namentlich auf die nosokomialen Infektionen in medizinischen Einrichtungen bezieht. „Ein entscheidender Weg, eine Krankenhausinfektion zu vermeiden, ist die Händedesinfektion. Entsprechend ist hier ein Standard für Kliniken essenziell.“ Tobias Gebhardt ergänzt: „Im 21. Jahrhundert müssen solche Daten per Knopfdruck vorliegen – das ist unser Antrieb. Wir möchten der digitale Assistent für Krankenhaushygiene sein. Hygiene ist Teamsport und den praktizieren wir jetzt auch ganz klar durch die Synergie mit HARTMANN.“ Alexander Schwieger ergänzt: „Wir sind überzeugt, dass man mit dieser Maßnahme die Händehygiene-Compliance deutlich steigern, Infektionen stark vermeiden und damit letztlich Leben retten kann.“

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