Pflege NEU: Ausbildung „Operationstechnische Assistenz“ startet erstmals

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Autor: Scho

Mit dem Schulbeginn in der Gesundheits- und Krankenpflegeschule im Bildungszentrum der Salzburger Landeskliniken, startet erstmals auch die neue Ausbildung zur „Operationstechnischen Assistenz“ (OTA). Salzburg bietet diese spezielle Ausbildung österreichweit zum ersten Mal an. Die Klasse ist mit 29 Schülerinnen und Schüler ausgebucht.

„Nach 10 Jahren des Bemühens und zahlreichen Verhandlungsrunden auf Bundesebene ist es nun gelungen den neuen Beruf der Operationstechnischen Assistenz auch in Österreich einzuführen. Durch diese spezielle Ausbildungsschiene steht uns zukünftig hochqualifiziertes Fachpersonal im OP-Bereich zur Verfügung. Das ist ein sehr erfreulicher wichtiger Schritt angesichts der zunehmenden Spezialisierungen und Herausforderungen im medizinischen Bereich sowie der Knappheit beim Pflegepersonal. Auch mit der finanziellen Unterstützung der angehenden OTA-AssistentInnen geht Salzburg einen eigenen Weg und fördert die Auszubildenden mit dem gleichen monatlichen Bonus wie in der Pflegeausbildung,“ so Landeshauptmann-Stv. Christian Stöckl zum Start der neuen OTA-Ausbildung.

„Wir freuen uns sehr, dass wir diese hochwertige Ausbildung als erste in Österreich bei uns anbieten können“, so der Geschäftsführer der Salzburger Landeskliniken Priv.-Doz. Dr. Paul Sungler. Schon seit vielen Jahren gäbe es die Forderung aus Salzburg, ein neues Berufsbild, jenes der OTA, zu implementieren. „Jetzt ist es endlich soweit.“

Hohe Fachkompetenz rund um die Operation

Die Operationstechnische Assistenz umfasst die eigenverantwortliche perioperative Betreuung und Versorgung der Patientinnen und Patienten sowie die Assistenz bei operativen Eingriffen nach ärztlicher Anordnung.
„Die Kernaufgaben der Operationstechnischen Assistenz umfassen das Instrumentieren in allen operativen Fachrichtungen einschließlich Vorbereitung der erforderlichen Instrumente, Apparate und Materialien, die Durchführung operationsspezifischer Lagerungen und Positionierungen, einfache intraoperative Assistenz, die Vorbereitung und Koordination der Arbeitsabläufe zur Herstellung der Funktionsfähigkeit einer Operationseinheit für die Durchführung operativer, die OP-Dokumentation und die präoperative Übernahme und postoperative Übergabe der Patientinnen und Patienten und Patientendaten unter Berücksichtigung der notwendigen Ablauf-, Aufbereitungs-, Desinfektions- und Sterilisationsprozesse im Rahmen des Medizinproduktekreislaufs“, so Sungler weiter.

Einsatz bei Notfällen

Die Kompetenz der Operationstechnischen Assistenz in Notfällen umfasst das Erkennen und Einschätzen von Notfällen und Setzen entsprechender Maßnahmen sowie die eigenverantwortliche Durchführung lebensrettender Sofortmaßnahmen, solange und soweit keine Ärztin oder Arzt zur Verfügung steht, insbesondere Herzdruckmassage und Beatmung mit einfachen Beatmungshilfen, Durchführung der Defibrillation mit halbautomatischen Geräten oder Geräten im halbautomatischen Modus sowie Verabreichung von Sauerstoff. Die Operationstechnische Assistenz kann auch in der Notfallambulanz und im Schockraum, in der Endoskopie und in der Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte eingesetzt werden.

Zahlreiche Neustarts und AbsolventInnen der Pflegeausbildung

Neben der 29 Schülerinnen und Schüler, die die neue Ausbildung startet, beginnen jetzt auch wieder zwei Klassen (56 Schülerinnen und Schüler) mit der Ausbildung zur Pflegefachassistenz.

„Heuer werden an der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege nach rund 40 Personen in der Frühjahrsausbildung, im Herbst noch weitere 70 Personen ihre Ausbildung zur Pflegefachassistenz abschließen und können gemeinsam mit den Absolventinnen und Absolventen der FH Salzburg sowie den anderen Pflegeausbildungsstätten, mithelfen den Personalmangel in der Pflege deutlich zu reduzieren“, berichtet der Direktor der Gesundheits-und Krankenpflegeschule Markus Widlroither.

Ausbildungszuschuss 600 Euro pro Monat

Pflegestipendium mit Mindesthöhe von 1400 Euro pro Monat für AMS-Leistungsbezieher: „Im Rahmen der Pflegereform des Bundes konnte nun eine wesentliche Forderung der Pflegeplattform des Bundeslandes Salzburg erfolgreich umgesetzt und mit Herbst 2022 eingeführt werden. Es wird nun österreichweit einheitlich eine deutliche Verbesserung und damit wesentlichen Beitrag zur Attraktivierung der Pflegeausbildung geben. Auszubildende in den verschiedenen Pflegeausbildungen erhalten – wenn keine andere Finanzierungsunterstützung durch das AMS (Pflegestipendium oder Stiftungsfinanzierung) erfolgt, zukünftig 600 Euro netto während der Ausbildungszeit“, berichtet Gesundheits- und Spitalsreferent LH-Stv. Dr. Christian Stöckl.

Ab 1. Jänner 2023 wird das Fachkräftestipendium in ein Pflegestipendium umgewandelt und es soll der Fixbetrag auf die Mindesthöhe von 1.400 Euro netto angehoben werden.

„Durch die bessere finanzielle Lage unserer Auszubildenden kann der Fokus mehr auf die Ausbildung gelegt werden, bisher musste ein überwiegender Teil neben ihrer Vollzeitausbildung auch noch am Abend oder Wochenende einem Nebenjob nachgehen. Wir sind der festen Überzeugung, dass nun mehr Personen einen Berufswechsel angehen und die Drop-out Rate massiv gesenkt werden kann“, so Stöckl.

Kostenlose Ausbildung, Wohnmöglichkeiten und fixer Job

Sowohl für die Teilzeitausbildung als auch für die regulären Vollzeitausbildungen ist die Ausbildung kostenfrei. Zudem stehen günstige Wohnmöglichkeiten direkt am Bildungscampus sowie weitere Unterstützungsangebote während der Ausbildungszeit zur Verfügung.

Die Schule für Gesundheits- und Krankenpflege am Bildungszentrum der Salzburger Landeskliniken im Salzachgäßchen 2 ist direkt an das Uniklinikum angegliedert und vermittelt seit 90 Jahren hohe pflegerische Kompetenz. Wir sind die größte Ausbildungsstätte für Pflegeberufe in Salzburg.

Die Lehrgänge starten jeweils im März und Oktober. Aktuell kann man sich hier für die Frühjahrsausbildung anmelden.

Terminaviso: 23.11.2022 um 15.30 Festakt zur 90 Jahr Feier des Bestehens der GKPS der SALK – Medienvertreter sind herzlich willkommen!

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