Programmvorschau auf neuen Kongress CON.THERA

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Autor: Scho

Der begleitend zur REHAB Karlsruhe erstmals stattfindende Fachkongress CON.THERA widmet sich schwerpunktmäßig der neurologischen Rehabilitation und beleuchtet unter anderem neben neuromuskulären Erkrankungen aktuelle oder innovative Therapiemöglichkeiten des Schlaganfalls. Die REHAB Karlsruhe und der neue Therapeutenkongress finden vom 23. bis 25. Juni 2022 in der Messe Karlsruhe statt.

Schlaganfälle gehören zu den häufigsten Todesursachen und Gründen für eine Alltagsbehinderung, jeder Betroffene trägt ein zwanzigprozentiges Risiko eines erneuten Schlaganfalls innerhalb von fünf Jahren. Die Zahl der Schlaganfälle nimmt stetig zu, die Fallzahlen verschieben sich deutlich hin zu den jüngeren Altersgruppen. Idealerweise findet die Versorgung in einer Stroke Unit, einer speziellen Fachabteilung für Schlaganfälle statt. Es gilt schnell und gezielt zu handeln, um Leben zu retten, Spätfolgen zu minimieren und Funktionsausfälle schnell therapieren zu können. Die Behandlung erfolgt in einem mittlerweile standardisierten Verfahren: Schnelle medizinische Intervention, Konkretisierung des Funktionsausfalls und der betroffenen Areale sowie eine sich daran anschließende, auf den Einzelfall bezogene Rehabilitation. Zur neurologischen Abklärung und medizinischen Intervention bleiben nur wenige Stunden: Innerhalb der ersten viereinhalb Stunden besteht die Möglichkeit, ein Blutgerinnsel durch intravenöse Lysebehandlung aufzulösen oder innerhalb von sechs Stunden eine mechanische Entfernung des Gerinnsels durchzuführen. Nach diesem kurzen Zeitfenster gilt es, den Funktionsausfall zu konkretisieren und Rehabilitationsmaßnahmen einzuleiten.

Key-Speaker der Schlaganfallrehabilitation auf dem CON.THERA

Professor Joachim Liepert ist führender Kopf in der Schlaganfallrehabilitation und Vortragender beim CON.THERA Kongress. „In einer Kombination aus klinischen und strukturellen Tests kann geprüft werden, welche Funktionen beim Patienten aktiv abrufbar sind, ob über Magnetstimulation ein über die Nervenbahnen geleiteter elektrischer Impuls zu einer Muskelantwort führt und welche strukturellen Schädigungen eine Kernspintomografie sichtbar machen kann. So können wir die betroffenen Areale definieren und erhalten gleichzeitig Hinweise für die weiteren Maßnahmen“, erklärt der Facharzt für Neurologie und Schwerpunkt Schlaganfallrehabilitation.

Als ärztlicher Leiter der Neurorehabilitation der Kliniken Schmieder aus Baden-Württemberg ist er überzeugt: Eine Rehabilitation sollte schnellstmöglich einsetzen, bevor sich Ausfälle oder ungünstige Kompensationsbewegungen verfestigen. Wichtig sei immer zu erfragen, was die Patientin bzw. der Patient möchte, um daraufhin das therapeutische Konzept abzustimmen. Ziel ist die Rückkehr in die Selbstständigkeit.

Je nach betroffenen Gehirnarealen und Funktionsverlusten werden neben Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden auch Neuropsychologen und Masseure tätig, nebst vielen Übungen zur Wiedererlangung verlorener Fähigkeiten kommen auch Elektrostimulation und Hilfsmittel wie Orthesen zur Unterstützung ins Spiel. „Viel hilft viel“ ist ein Grundsatz, der bei der Rehabilitation von Schlaganfallpatienten und der Nutzung innovativer Therapiekonzepte zur Anwendung kommt – das Gehirn lerne durch Wiederholung. Dabei dürfe man die Patientin bzw. den Patienten nicht überfordern.

Diesem Leitsatz folgt auch Professor Thomas Platz als Präsident der DGNR (Deutschen Gesellschaft für Neurorehabilitation). Wichtig sei, alle beteiligten Disziplinen über den aktuellen Stand der Forschung auf dem Laufenden zu halten, mit dem Ziel, einen maximalen Betreuungserfolg zu leisten und die Versorgungsqualität zu sichern. Dies gelinge durch entsprechende Leitlinien, die es ermöglichen, aktuelle Erkenntnisse zeitnah in die Praxis umzusetzen. Der CON.THERA Kongress bietet die ideale Plattform für ein Update aller beteiligten Disziplinen.

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