Die Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz (GGZ) haben sich von einem qualitativ minderwertigen geriatrischen Krankenhaus zu einem national und international anerkannten Vorzeigeunternehmen gewandelt.
Was 1724 als Armenhaus seinen Anfang nahm, hat sich in den letzten 25 Jahren zu einer einzigartigen Erfolgsgeschichte im österreichischen Gesundheitswesen entwickelt. Der entscheidende Wendepunkt kam für die Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz im Jahr 2000, als die GGZ wirtschaftlich eigenständig wurden – ein Meilenstein, der weit mehr als nur strukturelle Veränderungen bedeutete. Kurz darauf etablierten sich jährliche Führungskräfte-Klausuren, die strategische Klarheit und gemeinsame Orientierung ermöglichten. Ebenfalls 2000 startete das bis heute bewährte Format der Strategiereisen: Das „Lernen von den Besten“ wurde zur gelebten Haltung. Ein tiefgreifender Umbruch folgte, indem klar definierte, professionell organisierte Prozesse in den Mittelpunkt rückten. Die GGZ entwickelten sich zu einer lernenden Organisation mit langfristiger Vision und messbaren Zielen.

Siegerfoto. Das interprofessionelle Team der GGZ rund um GGZ-Geschäftsführer Gerd Hartinger nahm die Urkunde und den Staatspreis Unternehmensqualität 2025 entgegen.
Aufbauphase und Pionierarbeit
Als erste Klinik in Österreich wurden die GGZ rückwirkend in die leistungsorientierte Krankenhausfinanzierung (LKF) aufgenommen. In der Folge begann eine Phase intensiven Wachstums: Die ASK I übernahm zunehmend Versorgungsaufträge, 2008 folgten mit der ASK II und dem modernen Hospiz weitere zentrale Einrichtungen. Im Laufe der Jahre wurde das abgestufte geriatrische Versorgungssystem kontinuierlich an die sich wandelnden Bedürfnisse älterer Menschen angepasst. Dabei lag der Fokus auf dem Aufbau optimaler Versorgungspfade für geriatrische Patient:innen im Akutversorgungssystem sowie auf der Planung und Umsetzung eines umfassenden Geriatrie-Gesamtkonzepts für die Region Graz. Parallel dazu wuchs das interprofessionelle Team der GGZ – Expertise, Spezialisierung und Qualität entwickelten sich kontinuierlich weiter. Dieser Fortschritt wurde von Anfang an durch bewährte Qualitätsmanagementmodelle begleitet und unterstützt.
Qualitätsmanagement als Treiber der Transformation
Das konsequente Engagement für Qualität und kontinuierliche Verbesserung bildet die Grundlage für den nachhaltigen Wandel innerhalb der GGZ. Bereits 2010 erhielten die GGZ als erste Gesundheitseinrichtung Europas eine vernetzte Verbundzertifizierung nach KTQ®. Vier Jahre später folgte der erste Staatspreis für Unternehmensqualität nach dem EFQM-Modell. Bei der Verleihung der EFQM Excellence Awards 2015 in Brüssel wurden die GGZ mit dem Finalistenpreis für Großunternehmen im Non-Profit-Bereich ausgezeichnet. Die GGZ erzielten beim EFQM Global Excellence Award 2017 in Madrid, dem bedeutendsten europäischen Wettbewerb für Unternehmensqualität, eine doppelte Auszeichnung in den Kategorien Strategie und Mitarbeiter:innenorientierung. 2021 wurden die GGZ mit 7 Sternen beim Global Excellence Award in Brüssel prämiert. Zahlreiche Projekte der vergangenen 25 Jahre wurden mit Preisen und Anerkennungen gewürdigt. Die GGZ positionierten sich zunehmend als führendes Kompetenzzentrum für Altersmedizin und Pflege. Die Entwicklung verlief dabei strukturiert über fünf Phasen zu je fünf Jahren, die in den Fachbüchern „Change-Management in Gesundheitseinrichtungen“ und „Fokus Exzellenz im Gesundheitswesen“ beschrieben wurden.
„Die GGZ beschreiten seit dem Jahr 2000 konsequent die Unternehmensentwicklung in Phasen nach dem TQM-Ansatz – die „Stufen zur Excellence“. Die kontinuierliche Anwendung des EFQM-Modells fördert Agilität und führt zu außerordentlichen Ergebnissen, hoher Prozessqualität und höchster Stakeholder-Zufriedenheit“, beschreibt Geschäftsführer Gerd Hartinger die zentralen Erfolgsfaktoren.

Staatspreis Unternehmensqualität 2025
2025 traten die GGZ erneut zum Staatspreis Unternehmensqualität an – mit großem Erfolg: Als beste Organisation aller Branchen wurde ihnen die höchste staatliche Auszeichnung für ganzheitliches Qualitätsmanagement verliehen. Vergeben wird der Preis jährlich vom Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) und Quality Austria. Im Jahr 2025 fand zudem das 30-jährige Jubiläum des Staatspreises Unternehmensqualität statt. Die GGZ durften den renommierten Preis bereits zum zweiten Mal entgegennehmen.
Im Rahmen des Assessments wurde den GGZ die höchste Reifegradstufe nach dem Excellence Framework Europe (EFE) zuerkannt. Die Einreichung erfolgte nach dem EFQM-Modell und es wurde den GGZ eine Punkteanzahl von 800 – 850 Punkten zugesprochen. Neben den zahlreichen eindrucksvollen Stärken hob die Experten-Jury in ihrer Begründung besonders hervor, „dass es bemerkenswert ist, diese Leistungsfähigkeit über viele Jahre hinweg zu halten. Darüber hinaus gelingt es ihnen immer wieder, neue Potenziale zu identifizieren und gezielt zur Weiterentwicklung ihrer Excellence zu nutzen. Die Vielzahl an Innovationen und Verbesserungen in allen Organisationsbereichen zeugt von einem ausgeprägten Gestaltungswillen, großer Innovationskraft und der klaren Ausrichtung auf kontinuierlichen Fortschritt. Im externen Vergleich bleiben die Geriatrischen Gesundheitszentren damit regelmäßig einen Schritt voraus.“
Hinter den GGZ liegen 25 Jahre konsequenter und stetiger Qualitätsarbeit – geprägt von Dankbarkeit, Demut und dem klaren Ziel, ältere Menschen bestmöglich zu betreuen und zu versorgen. Dieser Entwicklungsweg zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Qualität nicht als bürokratische Pflicht, sondern als strategisches Werkzeug verstanden wird. Dieses Engagement gilt auch zukünftig, ganz im Sinne unseres Slogans „Bei uns sind Menschen in den besten Händen“.

Autor:innen:
Marlies Brugger, MA
ist Mitarbeiterin im Qualitätsmanagement der Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz (Foto links).
Katharina Lechner, MA
ist Mitarbeiterin im Qualitäts- und Risikomanagement der
Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz (Foto rechts).

Hinweis der Redaktion: Dieser Beitrag erscheint in Kooperation mit GGZ (Entgeltliche Einschaltung)
