Krankenhaus & Logistik Extra

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Autor: Josef Ruhaltinger

Kurzmeldungen zum Thema Logistik in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen & Co.

Roboter schleppt Kästen und Container

Das Fraunhofer IPA hat einen neuen, flexiblen Transportroboter für den Einsatz in Krankenhäusern oder Pflegeheimen entwickelt. Der vom Fraunhofer-Projekt „MobDi – Mobile Desinfektion“ geförderte Transportroboter ist als Unterfahrschlepper konstruiert. Mit seinem Fahrgestell – ähnlich wie ein Gabelstapler – kann der Roboter unter Pflegewagen oder Container fahren, diese anheben und autonom bis zu dem Patienten- oder Bewohnerzimmer bringen. Im Gegensatz zu anderen Transportrobotern setzt das neue Gerät auf einen omnidirektionalen Antrieb mit speziellem Fahrwerk, mit dem sich der Roboter auch seitwärts bewegen kann. Außerdem ist das Fahrgestell in Länge und Breite variabel. Kameras und Algorithmen der Bildverarbeitung erkennen aufzunehmende Wagen und ermitteln automatisch die notwendige Bewegung zum Andocken und Anheben der Last. Der Roboter muss vorab nur die ungefähre Position eines Wagens kennen, den er abholen soll.

Zutritt geregelt

In einem Krankenhaus herrscht ein Kommen und Gehen. Weder Mitarbeiter noch Patienten und Besucher sind an jedem Ort erwünscht. Zutrittsregelungen sind ein wichtiger Teil der Spitalslogistik. Ein einheitliches System sollte Patientenzimmer, Spinde, Behandlungszimmer, Schwesternstationen, Dokumentenschränke, mobile und stationäre Arzneimittelschränke, Apotheken, Labore, Büros und Operationssäle einschließen und zugleich örtlich wie zeitlich beschränkte Zutrittsberechtigungen zulassen – auch über mehrere Gebäude hinweg. Das System des deutschen Unternehmens Salto Systems codiert die berührungslosen Wearables wie Plastikkarten, Uhren oder Anstecker entsprechend der Rollen- und Nutzerprofile, was die Administration großer Personengruppen über mehrere Gebäude und Standorte vereinfacht. Durch das flexible Ändern der Zutrittsberechtigungen lassen sich z.B. Gebäude, Bereiche, Parkplätze, Gemeinschaftsräume, Behandlungszimmer etc. durch wechselnde Personengruppen individuell und ggf. zeitlich begrenzt nutzen.

Alles auf Schiene

Das Dornbirner Servus Medical Logistics arbeitet derzeit den größten Auftrag der Firmengeschichte ab: Die Vorarlberger Spezialisten rüsten eines der führenden Krankenhäuser Europas – das Universitätsspital Zürich (USZ) – mit einem neuen Logistiksystem aus. So werden künftig z.B. sämtliche Medikamente aus einer zentralen Medikamenten-Distributions-Plattform in alle Pflege- und Intensivstationen geliefert. Anderes Beispiel: Ein vollautomatisiertes Lager liefert – bedarfsgenau – die erforderlichen Ersatzteile exakt zu den defekten medizintechnischen Geräten. Die Güter werden selbsttätig vom schienengeführten Logistikroboter MedArc (Bild) an alle Zielorte in der Klinik transportiert.

KI-gesteuerte Maskenkontrolle vor Spitälern

Mit dem Mask up! Reminder bietet die Marketingplattform aktionspotenzial.de eine auf künstlicher Intelligenz (KI) basierende Softwarelösung für die automatische Maskenkontrolle. Das System erfasst in Echtzeit, ob jemand eine Maske trägt bzw. diese richtig aufgesetzt hat. Der Maskencheck erfolgt über eine sympathische Darstellung mit oder ohne Anzeige des realen Kamerabildes. Abhängig von der Zielsetzung bestehen mehrere Gestaltungsmöglichkeiten inkl. Anzeige von vorgeschriebenen Hygienehinweisen sowie der Integration individueller Inhalte. Spitäler klagen immer stärker über nachlässige Maskendisziplin von Besuchern. Die Software lässt sich auch mit einem Besucherzähler kombinieren.