Kurzmeldungen aus dem Life-Science-Bereich.

Pfizer steigt bei Biontech aus und bei Metsera ein
Pfizer hat seine restlichen 1,5 Prozent an Biontech verkauft. Der Deal – ein Block Trade über J.P. Morgan – umfasst rund 4,55 Millionen Biontech-Anteilsscheine und bringt im Idealfall mehr als eine halbe Milliarde Dollar. Der Pharma-Konzern braucht dringend Geld, weil die Übernahme des US-Unternehmens Metsera durch einen Bieterwettstreit mit Novo Nordisk um rund drei Milliarden Dollar teurer wurde als geplant. Insgesamt zahlt Pfizer rund zehn Milliarden Dollar für Metsera, das neuartige Medikamente gegen Fettleibigkeit entwickelt. Biontech kämpft seit dem Ende des Impfbooms mit rückläufigen Umsätzen und roten Zahlen und richtet den Fokus nun stärker auf die Krebsforschung. Das Mainzer Unternehmen ist zudem gerade dabei, sich den Tübinger Rivalen Curevac über einen Aktientausch einzuverleiben.

Roche kauft Wirkstoffkandidaten gegen Leberleiden
Der Schweizer Pharmariese Roche übernahm Mitte September das kalifornische Unternehmen 89bio, das sich auf Therapeutika für Stoffwechselerkrankungen spezialisiert hat, für 3,5 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einem Aufschlag von etwa 79 % auf den Schlusskurs der 89bio-Aktie am letzten Handelstag vor der Bekanntgabe der Transaktion. Roche sichert sich Pegozafermin, einen Wirkstoffkandidaten von 89bio gegen metabolische Dysfunktion und Steatohepatitis (MASH). Steatohepatitis ist eine schwere und verbreitete entzündliche Lebererkrankung, die im Zusammenhang mit Fettansammlungen in der Leber auftritt – eine häufige Begleiterkrankung von Fettleibigkeit. Roche ist bereits seit einiger Zeit im Bereich der Stoffwechselerkrankungen aktiv und unterhält laufende Partnerschaften mit anderen Biotech-Unternehmen wie den amerikanischen Biotech-Firmen Alnylam und Carmot Therapeutics sowie dem dänischen Unternehmen Zealand.

Schweizermacher im Vorwärtsgang
Novartis (Schweiz) nutzte den Herbstbeginn und schloss gleich mehrere bedeutende Transaktionen ab. Der Konzern übernahm das US-amerikanische Biotech-Unternehmen Tourmaline Bio (New York) für 1,4 Mrd. US-Dollar. Dessen Hauptprodukt, der monoklonale Antikörper Pacibekitug, wird gegen kardiovaskuläre Entzündungen und endokrine Orbitopathie entwickelt. Zudem erhielt Novartis von Argo Biopharmaceutical (China) eine Lizenzoption auf zwei RNA-Interferenz-Wirkstoffe gegen Fettstoffwechselstörungen (Vorauszahlung 160 Mio. US-Dollar, bei Erreichung bestimmter Meilensteine bis 5,2 Mrd. US-Dollar). Außerdem kooperiert Novartis mit Arrowhead Pharmaceuticals (USA) bei einer siRNA-Therapie gegen Synucleinopathien (z. B. Parkinson) und mit Monte Rosa Therapeutics (USA) in einem 120-Mio.-US-Dollar-Deal zu molekularen Klebstoffabbauern.

Genmab übernimmt Merus und stärkt Onkologie-Pipeline
Das dänische Biotechnologieunternehmen Genmab übernimmt den niederländischen Krebsforschungs-Spezialisten Merus. Mit dem Deal erweitert Genmab seine Onkologie-Pipeline um den vielversprechenden Antikörper Petosemtamab, der sich in Phase 3 zur Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren befindet und von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA bereits zweimal als Breakthrough Therapy ausgezeichnet wurde. Genmab wird demnach Merus-Aktien zu einem Preis von 97 Dollar pro Stück in bar erwerben. Damit beläuft sich der Gesamtwert des Deals auf acht Milliarden Dollar – ein Aufschlag von 41 Prozent gegenüber dem letzten Schlusskurs von Merus. Die Übernahme soll durch eine Kombination aus Barmitteln und einer nicht wandelbaren Fremdfinanzierung in Höhe von etwa 5,5 Milliarden Dollar finanziert werden.
