Schmerzbehandlung bei den Elisabethinen Graz

Lesedauer beträgt 3 Minuten
Autor: Elisabethinen Graz

Die Behandlung chronischer Schmerzen ist eine der großen Herausforderungen moderner Medizin. Die Schmerzambulanz der Elisabethinen Graz zeigt, wie interdisziplinäre Versorgung erfolgreich ist.

Chronische Schmerzen haben komplexe Ursachen, individuelle Verläufe und oft langjährige Leidensgeschichten. In einem Gesundheitssystem, das zunehmend unter ökonomischem Druck steht, ist es nicht mehr tragbar, Patient:innen in einem Puzzle aus Einzelmaßnahmen zu versorgen – mit isolierten Maßnahmen, unkoordinierten Schnittstellen und fragmentierten Zuständigkeiten. Die Zukunft der Schmerzmedizin liegt in der interdisziplinären und multimodalen Versorgung. Denn wenn medizinische, therapeutische und soziale Kompetenzen gebündelt werden, entsteht ein Angebot, das sowohl den Bedürfnissen der Patient:innen gerecht wird, als auch die Ressourcen des Systems effizient nutzt. Interdisziplinarität ist dabei kein Schlagwort, sondern ein struktureller Paradigmenwechsel: Sie ermöglicht abgestimmte Prozesse, kurze Wege und eine gemeinsame Sprache im Team – mit dem Ziel, nicht nur Symptome zu lindern, sondern Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

Verzahnte Lösungen. Die Behandlung chronischer Schmerzen verlangt nach dem Zusammenspiel zahlreicher Fachgebiete.

Die Schmerzambulanz der Elisabethinen Graz unter der Leitung von OA Dr. Michael Kern zeigt, wie dieser Ansatz in der Praxis funktionieren kann: zentral organisiert, individuell abgestimmt und fachlich breit aufgestellt. So wird aus Behandlung ein ganzheitlicher Weg – und aus Versorgung ein echtes Angebot.

Multimodal und interdisziplinär – was steckt dahinter?

Das Therapieangebot der Schmerzambulanz umfasst unter anderem:
-> Medizinische Leistungen z. B. ärztliches Gespräch, medikamentöse Schmerztherapie, gezielte Infiltrationen, Neuromo­dulation oder das Einsetzen einer Schmerzpumpe
-> Pflegeberatung etwa zum Umgang mit Medikamenten, Nebenwirkungen und deren Management
-> Physiotherapeutische Maßnahmen: auf die Patient:innen zugeschneiderte Belastung und Bewegung im Einzel- als auch im Gruppensetting
-> Psychologische und psychotherapeutische Begleitung durch therapeutische Einheiten, Biofeedback und weitere unterstützende Maßnahmen
-> Sozialarbeiterische Unterstützung z. B. Hilfe bei Anträgen sowie Beratung zu arbeits- und sozialrechtlichen Fragen

Dieses breite Spektrum an medizinischen und therapeutischen Leistungen, die unter einem Dach gebündelt zur Verfügung stehen, bildet die Grundlage eines multimodalen Ansatzes. Dabei werden verschiedene Behandlungsformen gezielt miteinander kombiniert – etwa medikamentöse Schmerztherapie, physiotherapeutische Maßnahmen, psychologische Begleitung und sozialarbeiterische Unterstützung. Gleichzeitig setzt die Ambulanz auf interdisziplinäre Zusammenarbeit: Ein erfahrenes Team aus Ärzt:innen aus verschiedenen Fachrichtungen, etwa Anästhesist:innen und Neurolog:innen, ein Neurochirurg, Pflegekräfte, Physiotherapeut:innen, Psycholog:innen, Diätolog:innen, Psychotherapeut:innen und Sozialarbeiter:innen arbeitet eng verzahnt. Durch diese gebündelte Expertise erhalten Patient:innen alle relevanten Leistungen unter einem Dach – effizient, abgestimmt und aus einer Hand. Denn Schmerz ist mehr als ein Symptom – und verdient mehr als eine Standardlösung.

OA Dr. Michael Kern, Leiter der Schmerzambulanz: „Ziel ist es, nicht nur Symptome zu behandeln, sondern die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern. Dabei steht immer der Mensch im Mittelpunkt – mit seiner Geschichte, seinen Bedürfnissen und seiner Lebensrealität.“

Individuelle Therapieangebote

In der Schmerzambulanz der Elisabethinen profitieren Patient:innen von einer individuellen Versorgung ohne lange Wege oder zusätzliche Koordination – alles zentral und abgestimmt an einem Ort. Jede Behandlung beginnt mit einem ausführlichen Erstgespräch. Darauf aufbauend werden individuell passende Module und Workshops ausgewählt –, denn welche Angebote sinnvoll sind, hängt von den Bedürfnissen der einzelnen Patient:innen ab. Zur Auswahl stehen unter anderem ein Basisworkshop mit wichtigen Informationen und Basisedukation zum Thema „chronische Schmerzen“, Module zur Stressbewältigung oder gezielte Bewegungseinheiten. Die konkreten Behandlungsangebote werden innerhalb des interdisziplinären Behandlungs­teams entschieden – und zwar immer in Abstimmung mit den Patient*innen, die in ihrem Behandlungsverlauf eine aktive Rolle einnehmen. 

Autor:

OA Dr. Michael Kern
Facharzt für Anästhesie und Leiter der Schmerzambulanz der Elisabethinen Graz

Hinweis der Redaktion: Dieser Beitrag erscheint in Kooperation mit den Elisabethinen Graz (Entgeltliche Einschaltung)

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