Der Schweizer Pharmakonzern Roche will seine Forschung effizienter machen und zugleich die Entwicklung von Medikamenten gegen Fettleibigkeit vorantreiben. Bis Ende 2026 sollen rund zwei Milliarden Franken aus Einsparungen in renditestärkere Projekte fließen, wie das Unternehmen am Montag anlässlich seines Pharma-Investorentags in London mitteilte. Ziel sei es zudem, die Entwicklungszeit für neue Medikamente um rund 19 Monate zu verkürzen.

Erste Erfolge zeichnen sich laut Roche bereits ab: Die Erfolgsquote in den entscheidenden Phase-III-Studien stieg im laufenden Jahr auf mehr als 80 Prozent, nach 65 Prozent im Jahr 2025. Im lukrativen Markt für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen drückt Roche aufs Tempo. Gleich drei Adipositas-Kandidaten – Petrelintide, CT-996 und Enicepatide – rücken in die letzte Phase der klinischen Entwicklung vor. Im Gegenzug bereinigt der Konzern seine Pipeline und stoppte unter anderem die Entwicklung eines weniger aussichtsreichen Adipositas-Mittels in der Phase II. Weitere Phase-III-Studien starten in der Augenheilkunde und bei Lungenkrebs. Zudem plant Roche neue Zulassungsanträge für Medikamente gegen Multiple Sklerose und Augenerkrankungen.
Bis 2030 will Roche bis zu 20 neue Wirkstoffe auf den Markt bringen. Für einen großen Teil davon sieht der Konzern ein Spitzenumsatzpotenzial von jeweils mehr als drei Milliarden Franken. Für die Jahre 2025 bis 2030 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzwachstum von 16,3 Milliarden Franken. Damit sollen erwartete Einbußen durch auslaufende Patente in Höhe von 6,2 Milliarden Franken mehr als ausgeglichen werden. Um diesen Kurs abzusichern, setzt Roche verstärkt auf Künstliche Intelligenz (KI) in der Forschung. Dafür wurde kürzlich ein neues Innovationszentrum in Boston eröffnet, das sich auf Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen sowie den Einsatz von KI bei der Medikamentenentwicklung konzentriert.
(APA/Reuters/red.)

