Salzburg wird zum Zentrum für klinische Forschung

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Autor: Scho

Moderne Spitzenmedizin ist ohne klinische Studien nicht möglich. Jährlich werden laut AGES bundesweit rund 290 Arzneimittelstudien sowie 90 Medizinproduktestudien eingereicht. Alle diese Studien sollen wissenschaftlich belegen, dass neue Medikamente oder Medizinprodukte zugelassen werden sollten oder wie bereits etablierte Methoden weiter verbessert werden können. Im Bundesland Salzburg laufen derzeit rund 500 klinische Studien – im Schnitt werden hier pro Jahr 70 bis 100 neue Studien begonnen.

Den organisatorischen Rahmen für klinische Studien bilden so genannte Kompetenzzentren für Klinische Studien (KKS). Diese gibt es in allen Ländern, in denen medizinische Forschung durchgeführt wird. Die diesjährige Jahrestagung der KKS für Österreich, Deutschland und die Schweiz findet am 30. und 31. Mai als „D/A/CH-Symposium für klinische Prüfungen“ im Salzburg Congress statt.

Ein anerkannter Medizin- und Forschungsstandort

Veranstalter ist das Clinical Research Center Salzburg (CRCS), ein gemeinsames Tochterunternehmen der Salzburger Landeskliniken und der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU), das für Salzburg die Funktion des KKS übernimmt. „Dass das Symposium in Salzburg stattfindet ist eine Ehre und Auszeichnung. Wir als Privatuniversität sehen starke Partnerschaften und Kooperationen mit Industriepartnern als Schlüssel zum Erfolg“, betont PMU-Rektor Wolfgang Sperl.

Paul Sungler, Geschäftsführer der Salzburger Landeskliniken sieht darin auch eine Bestätigung für die internationale Bedeutung des Medizin- und Forschungsstandorts Salzburg: „Hinter den meisten der 500 klinische Studien, die derzeit hier durchgeführt werden, stehen Expertinnen und Experten aus unserem Unternehmen. Wir vereinen am Uniklinikum Salzburg, dem größten unserer vier Spitäler, universitäre Spitzenmedizin und medizinische Forschung.“

Eröffnen wird den Kongress Landeshauptmann Wilfried Haslauer: „Es ist mir eine besondere Freude, dass wir die größte Veranstaltung im Feld der klinischen Forschung des gesamten deutschsprachigen Raums hier in Salzburg ausrichten können. Diese grenzüberschreitende Fachkonferenz ist eine einzigartige Plattform für die Vernetzung und den Austausch zwischen Wissenschaft, Industrie, Ethik und Behörden im Spannungsfeld der Medizinforschung. In der Praxis bedeutet das mehr Innovation, mehr Wertschöpfung und eine international sichtbare Kompetenz. Gleichzeitig stärken wir das Profil Salzburgs als gefragten Standort für Forschung und Medizin sowie als idealen Austragungsort im Kongresstourismus.“

„Angemeldet sind mehr als 550 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, mehr als 50 Vortragende und 20 Sponsorinnen und Sponsoren sowie Ausstellerinnen und Aussteller aus der Wirtschaft“, berichtet CRCS-Geschäftsführer Florian Lagler. Damit ist das „D/A/CH-Symposium für klinische Prüfungen“ einer der größten Kongresse für medizinische Forschung in Salzburg seit Jahren.

Inhaltlich geht es vor allem um zwei komplexe Themenbereiche: Qualität der Forschung – Die angestrebten Erkenntnisse können in den Studien nur gewonnen werden, wenn streng nach wissenschaftlichen Kriterien vorgegangen und dokumentiert wird und so z. B. die Wirkung eines neuen Medikaments im Vergleich zu einem bereits bekannten oder einem Placebo objektiviert beurteilt werden kann. Dazu bedarf es viel Erfahrung der Forschenden und auch einer aufwändigen Qualitätssicherung.

Und: Den Schutz der Patientinnen und Patienten. Die Teilnahme an Studien darf nur freiwillig erfolgen, die Teilnehmenden müssen umfangreich aufgeklärt und ihre persönlichen Daten müssen geschützt werden. Gerade bei Studien mit Kindern und vor dem Hintergrund der Big-Data-Forschung und der künstlichen Intelligenz sind die Fragen des Datenschutzes besonders herausfordernd. Lagler: „Alle Forschenden benötigen gerade bei diesen Brennpunkten einen guten Überblick über die relevanten Herausforderungen, einen engen Austausch mit internationalen Partnerinnen und Partnern sowie einen kompletter und hochaktuellen Überblick über die besten Methoden sowie gesetzlichen Vorgaben.“

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